„Der Traum der Mücke“ ein Tanzstück von Torsten Händler als Uraufführung am Gewandhaus in Zwickau

Getanzte Auswege aus dem flüchtigen Genuss des Augenblicks und aus dem Hamsterrad der Realität

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Der gebeutelte junge Mann „Mücke“, Sebastian Uske, wird von ehrgeiziger Mama, Anna Belioustova, arroganten Chef, David Bendl, und dummen Möchteliebchen, Emma Herrington, hin und her, rauf und runter gezerrt. Da bleibt ihm doch nur die Flucht ins Nirwana. Fotos: Awtukowitsch

„Der Traum der Mücke“ ein Tanzstück von Torsten Händler als Uraufführung am Gewandhaus in Zwickau

Getanzte Auswege aus dem flüchtigen Genuss des Augenblicks und aus dem Hamsterrad der Realität


ZWICKAU, am 18. Januar 2013 – Maki Taketa schwebt beflügelt über die Bühne des Zwickauer Gewandhauses. Fast schwerelos tanzt die junge Frau, die gerade aus ihrem Erziehungsjahr wieder ins Tanzensemble des Theaters Plauen-Zwickau zurückgekehrt ist. Taketa ist eine junge Frau, die eigentlich nur in der Fantasie von „Mücke“ existiert. Am Freitag hatte „Der Traum der Mücke“, ein Tanzstück von Torsten Händler, seine Uraufführung in Zwickau.
Vor überwiegend jungem Publikum breitet sich zunächst die Bühne licht vor einem flirrenden Vorhang aus. Mücke, Sebastian Uske, ist ein junger Mann, ist orientierungslos, aber er hat ein Bild vor Augen, eine junge, traumhaft schöne Frau. Da kann man doch schon Hoffnung von einem schönen Leben haben. Er wird zurückgeholt ins Leben eines Büroknechtes. Der Bühnenhintergrund wird zu einem großen Schrank mit vielen Schubfächern und die Fäden der realen Arbeitswelt sind vielfach gespannt.
Artig spuren seine Kollegen die vorgezeichneten Wege durch ihr eintöniges Leben, ihre Bewegungen verraten es. Allein Mücke spurt nicht, und schon gar nicht, wie es seine Frau Mama, Anna Belioustova, haben möchte. Exaltiert tanzt die verblühende Schönheit durchs Leben, sie weiß, was sie will. Sie will immer schön und begehrenswert sein, und sie glaubt dies durch fortwährende Schönheitsoperationen zu erhalten.


Die trockenen Beamtinnen, Ekaterina Tumanova und Elana Tumanova, umfassen „Mücke“ mit eisernen Fesseln in einen Alptraum einer gehassten Arbeitswelt.









Die Mama will aber auch die Karriere für ihren Sohn im Büro und die Lebensplanung für den Filius mit Frau und Kind. Sie schleppt die Tochter, Emma Herrington, ihrer Freundin, Colombe Vanabelle, an, um den Sohn zu verkuppeln. Es ist schon erstaunlich, wie sich die flotte hübsche Tänzerin Vanabelle in eine graue Maus mit schlampiger Strickjacke verwandeln lässt. Grauenvolles tut sich für Mücke auf.
Da erschrickt der junge Mann zutiefst vor dem Abgrund, und frustriert versucht er aus dem Schlamassel zu entkommen. Da bleibt ihm nur sein Traumbild als Fluchtziel.
Auch in den Stricken der Arbeitswelt wird Mücke von seinen Kollegen hin und her gezerrt. Der Außenseiter wird gemoppt und versucht auch dort sein Glück mit der Flucht ins Traumland.
Das Leben geht weiter.




Auch die hundertste Operation am Gesicht der verblühenden Schönheit der Mutter von Mücke keine dauerhaftes Glück garantieren.








Die Mama wird von einem Gigolo, Eduard Nicolae Taranu, im flotten Tango nach den Klängen eines schmachtenden Akkordeons, Steffan Claußner, über die Bühne geschwenkt, die Dame ergeht sich in ihrer Scheinwelt des flüchtigen Genusses und der Freude über ihre neue zurecht geschnippelte Fassade.
Der Abend, nach 75 Minuten ist alles vorbei, zeigt sich als eine Hommage an ein modernes Leben und als ein Spiegel der flatterhaften Genusswelt, manchmal ein wenig überzogen und bunt, aber immer amüsant und wiedererkennbar sieht man in die real existente Gegenwart. „Mücke“ haut auch hier ab, er versenkt sich in sein Traumland. Ob das gut geht? Das hat der Regisseur Händler ausdrücklich offen gelassen, aber man wird ja noch träumen dürfen.
Auch schon auf offener Szene gab es zur Uraufführung öfter herzlichen Applaus, der Applaus mündet nach dem Schlussvorhang in ein schier endloses Feiern des Ensembles durch das begeisterte Publikum. Besonders herzlich und laut wurden die beiden Hauptdarsteller Maki Taketa und Sebastian Uske gefeiert. Auch der Ballettmeister und Schöpfer des Stückes Torsten Händler legt sicher mit „Dem Traum der Mücke“ einen weiteren Stein auf die Stufen seiner Beliebtheit bei den Liebhabern eines abwechslungsreichen Ballettangebotes in Zwickau und in Plauen.
Theo Stiegler


In den Klauen einer Arbeitswelt zwischen Intrigen und Mobbing und Hamsterrad, zwischen Chef und Arbeitskollegen ist für Mücke auf Dauer kein Leben möglich.

zur Theater-Website Kartentelefon 0375 274114647


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