Theater Plauen-Zwickau gestaltet „Der Name der Rose“ in altem Kirchenbau


Mord und Inquisition im Namen von Gottesfurcht und Weltordnung


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Severin von Sankt Emmeran, Hans-Joachim Burchardt, William von Baskerville, Harry Walter, Adson, Martin Ennulat: Schon wieder ein ermorderter Mönch, der in Klosterbibliothek gestöbert hatte.
Fotos: theater

Theater Plauen-Zwickau gestaltet „Der Name der Rose“ in altem Kirchenbau


Mord und Inquisition im Namen von Gottesfurcht und Weltordnung



ZWICKAU, im Juli 2008 – Die wuchtigen Säulen mit den breit ausladenden Kapitellen, Sandsteinwände und weit gespannte Kreuzgewölbe über den Zuschauerraum: Die Planitzer Lukaskirche hat sich in den letzten Jahren aus einer Bauruine in einen prächtigen Veranstaltungsort gemausert. Da ist Umberto Ecos „Der Name der Rose“ die passende Handlung für die beeindruckende Kulisse.
Am Freitag gab das Theater Plauen-Zwickau mit dem Mönchsdrama aus dem tiefsten Mittelalter den Auftakt zum Sommertheater, mit dem die Zwickauer traditionell die Spielzeit abschließen. Matthias Straub hat das Schauspiel schaurig aber auch mit gelegentlichem Augenzwinkern inszeniert.



Remigius, Verwalter - Wolfgang Schulze, als Angeklagter vor der Inquisition,
ein Büttel
Jorge von Burgos - Ute Menzel, als Bewahrer konservativer Werte und
Abbo, Abt - Stefan Wolfram
und Severin von Sankt Emmeran, Hans-Joachim Burchardt




Ein beeindruckendes, ein würdiges Schauspiel, das von den vierhundert Besuchern in dem Kirchenraum in atemloser Spannung verfolgt wird. Düstere Szenerien, tief vermummte Mönche, gregorianische Mönchsgesänge von hohen Emporen erzeugen die Atmosphäre um die geheimnisvolle Bibliothek der Benediktiner-Abtei, deren Schätze eifersüchtig von den Eingeweihten verteidigt werden. Dabei kommt es auch auf einen Mord mehr oder weniger nicht an.
Licht in die Sache soll der gelehrte Franziskanermönch William von Baskerville, Harry Walter, ein ehemaliger Inquisitor, bringen. Dem ist nichts Menschliches fremd. Gemeinsam mit dem Benediktiner-Novizen Adson, Martin Ennulat, beginnt der Gast die Spuren und Zeichen um die grausamen Morde im Kloster zu entschlüsseln.
Bald führt die Spur zu einem geheimnisvollen Buch aus der Feder von Aristoteles, dass für den Glaubenswahrer Jorge von Burgos, die Rolle wird beeindruckend von Ute Menzel besetzt, der Schlüssel des Bösen ist. Jorge von Burgos weiß: „… hier wird die Funktion des Lachens umgestülpt und zur Kunst erhoben … Aus diesem Buch könnten verderbte Köpfe wie deiner den Schluss ziehen, dass im Lachen die höchste Vollendung des Menschen liege! Das Lachen vertreibt dem Bauern für ein paar Momente die Angst, doch das Gesetz verschafft sich Geltung mit Hilfe der Angst, deren wahrer Name Gottesfurcht ist.“
Wenn William von Baskerville dem Geheimnis zu nahe kommt, hört schon Mal die Gastfreundschaft auf. Das Kloster verbietet das Lachen und die Verbreitung der ketzerischen, revolutionären Gedanken von Aristoteles gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Zwei Stunden spannende Kriminalistik in geheimnisvoller Atmosphäre wird am Ende mit viel Beifall belohnt. Harry Walter gelingt es, die Rolle des William von Baskerville mit eigenem Leben zu füllen, was nicht leicht ist, erinnert sich doch alle Welt an die Gestaltung des berühmten Franziskaners durch Sean Connery in der Verfilmung des Romans.
Theo Stiegler
Weitere Vorstellungen in der Lukaskirche Zwickau-Planitz: 5., 9., 11. und 12 Juli 19.30 Uhr.


Foto:Peter Awtukowitsch
Theo Stiegler


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647.

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