„Der Lebkuchenmann“ als Kindermusical von David Wood am Gewandhaus Zwickau



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Foto: Awtukowitsch

„Der Lebkuchenmann“ als Kindermusical von David Wood am Gewandhaus Zwickau


Viel Beifall für aufregendes Spiel zwischen Kuckucksuhr und Küchenregal



ZWICKAU, 4. Dezember 2008 – Die große Bühne zeigt Kaffeetassen so groß, dass ein Mensch gut darin baden könnte. Teekanne und Kuckucksuhr gar sind bewohnt. Der „Herr von Kuckuck“, Helmar Stöß, und „Der alteTeebeutel“, Ute Menzel, sind sich nicht grün. Sie müssen immer streiten.
„Der Lebkuchenmann“ als Musical von David Wood für Kinder begeistert seit Donnerstag die Nachwuchsgeneration im Zwickauer Gewandhaus. Wenn es darum geht, dass „Flitsch, die Maus“, Harry Walter, ausgetrickst werden soll, kann die Bühne voll auf die vierhundert Besucher im Zuschauerraum des Gewandhauses zählen. Wann hat man das schon gesehen, dass ein Regen von hunderten Schokoladenbonbons auf die Bühne nieder rasselt und aus vielen Kehlen lautstark mitgezittert wird. Gelingt es, die Maus mit den Bonbons in die Falle zu locken, oder kann sie den „Lebkuchenmann“, anknabbern oder vielleicht auch auffressen? Die ewig hungrige Maus hat sich Löcher in der Wand der Bühnen-Küche, Ausstattung von Franz Werner Rautenstock, gefressen, und nun ist sie auf der Suche nach Essbaren. Harry Walter „flitscht“ im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne und gespannt verfolgen die Kinderaugen, auch Erwachsene lassen sich mitziehen, wie die kleine Gangstermaus in Al Capone Outfit, man ruft sie auch Gamasche, ihre Geschäfte betreibt.
Das Weihnachtspektakel, von Carolin Eschenbrenner inszeniert, zieht das Zwickauer Publikum in seinen Bann.
Musik, musikalische Leitung Matthias Spindler, und Tanz, Choreographie Sieglinde Reichelt, rufen viel Szenenapplaus hervor.
Der „Herr von Kuckuck“ leidet an Heiserkeit. Zwölf Kuckucks an der Reihe hintereinander sind nicht mehr drin. Die Menschen, es sind immer nur die Stimmen zu hören, denken darüber nach, die alte Kuckucksuhr in den Müll zu werfen. Da muss man doch helfen.
„Herr Salz“, Jörg Metzner, und „Fräulein Pfeffer“, Sabine Rittel, wissen Rat: ein wenig Honig könnte die Stimmbänder wieder ölen. Nur, der Honig steht auf dem oberen Regalbord, und da muss man erst mal rauf. Auf höchst sehenswerte Weise bauen sich die Akteure auf der Zwickauer Bühne aus Nudelholz, Faden und einem Streichholz als Sitz einen Aufzug, mit dem der Lebkuchenmann nach oben an den Honigtopf gelangt. Aber ach, dort oben herrscht der „Alte Teebeutel“. Ute Menzel, Publikumsliebling der Zwickauer, keift und kreischt auf gewohnte Weise, und beinahe hätte der Alte Teebeutel alles verhindert. Aber vielleicht war der „Alte Teebeutel“ auch nur einsam und ist am Ende froh, wenn er vielleicht helfen kann, den eigentlich doch so ungeliebten Herrn von Kuckuck vor dem Mülleimer zu retten. Zunehmend erfasst die Spannung den Zuschauerraum, die Besucher spielen begeistert mit. Am Ende gibt’s erlösenden und langen Beifall für das Spiel des großen Schauspiels für das Nachwuchspublikum. Eine Großmutter im Parkett zur begeisterten Enkelin: „Siehst Du, jetzt warst Du das erste Mal im großen Theater.“ Stolz trägt die Kleine ihren Schmuck aus Ringen und Ketten und fühlt sich sichtlich als große Kunstliebhaberin. Das Spiel hat fürs Leben gezündet.
Theo Stiegler

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