Aus dem Theater Zwickau

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Sylva Varescu, Maria Gessler - als hinreißende "Csárdásfürstin", begeistert nicht nur die Damen vom Ballett. Foto: Theater

Der Csárdásfürstin sinkt das Publikum zu Füßen

„Tausend kleine Engel singen: Habt Euch lieb“, das Duett lässt die Augen feucht werden, wie überhaupt die ganze Operette „Die Csárdásfürstin“ einen tiefgehenden Ohrwurm an den anderen reiht. Am vergangenen Freitag, 16. Januar 2004, war Premiere der wohl bekanntesten Operette von Emmerich Kálmán am Gewandhaus in Zwickau. Zwölf Minuten hat eine regelmäßige Premierenbesucherin gemessen, dauerte der Beifall nach dem Stück. Die Operette hat alle Elemente, die eine moderne Seifenoper braucht: Liebende, die Welten und Vorurteile trennen, Missverständnisse und Stolz, Konventionen und dunkle Geheimnisse. Was unterscheidet sie von der Flut der Seifenopern, die täglich über die Bildschirme flattern und am Ende im Orkus des Vergessens versinken: Alles. Da spielt ein echtes Ensemble vor 400 Gästen, die zeigen, wenn ihnen was gefällt: Am Freitag gab´s viel Applaus auf offener Szene. Da steigern sich die Sänger mit dem Empfinden eines mitgehenden Publikums. „Mei, bin ich heute wieder gut“, schwebt Frank Oberüber als Graf Boni Káncsiánu über die Bühne, das Publikum lacht über den vor komödiantischem Temperament sprühenden Boni, und es wird nicht klar, war das ein spontaner Ausbruch oder stand´s so im Textbuch. Und das passt zu: „Tanzen möchte ich, jauchzen möchte ich“. Dabei hat die Handlung auch ihre Spannungsmomente, und ein wenig ungarisch-österreichische Melancholie schwebt über der Musik und der Handlung, die in drei Akten courths-mahlerischer Verstrickungen unterhaltsamster Art die Gedanken frei werden lassen. „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht! Ganz ohne Sonne blüht die Rose nicht!“ Fast hätte nicht viel gefehlt und das Publikum hätte geschunkelt bei dem Auftrittslied des Grafen Boni. Die Chansonette Sylva Varesku, Maria Gessler, steht Boni nichts nach. Die „Csárdásfürstin“ kämpft oder kämpft auch nicht um ihren fürstlichen Liebhaber, vielleicht will sie sich auch nur ein klein wenig rächen, für den scheinbaren Verrat ihres Liebhabers Edwin Ronald, Guido Hackhausen, und taucht ausgerechnet auf dessen Verlobungsfeier mit Komtesse Anastasia, Jana Reiner, wieder auf. „Stasi“ brilliert als ebenbürtiger Gegenpart zu Boni und hat alles Zeug zum Publikumsliebling aufzusteigen. Überhaupt ist eine wohltuende Verjüngung im Ensemble des Theaters Plauen-Zwickau eingetreten. Bernhard Brunko, Werner Rautenstengel und Sabine Münkner können sich in der „Csárdásfürstin“ auf die Seniorenrollen konzentrieren und entfalten als solche ihre Talente aufs Köstlichste als Fürst zu Lippert-Weylersheim und Fürstin beziehungsweise Lebemann Feri bácsi. Da stellt sich doch heraus, das konservative Fürstenhaus hat in der Vergangenheit der Fürstin auch ein kleines Geheimnis schlummern. Die Premiere in Plauen wird am 7. Februar 2004 sein.
Weitere Informationen, Karten und Spielpläne unter Theater Plauen-Zwickau bye, bye beim DerZwickauer.

"Die Mädis vom Chantant, die nehmen die Liebe nicht so tragisch", Boni ist der Hahn im Korb.

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