Mozartoper „Cosi fan tutte“ am Gewandhaus in Zwickau

Die Weibertreue im Allgemeinen und im Besonderen auf dem Prüfstand



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Intrigantenpaar Don Alfonso und Kammermädchen Despina in Aktion. Fotos: theater

Mozartoper „Cosi fan tutte“ am Gewandhaus in Zwickau

Die Weibertreue im Allgemeinen und im Besonderen auf dem Prüfstand


ZWICKAU, 29. November 2012 – Es gilt seit jeher als etwas anrüchig, wenn man die Liebe seines Partners auf die Probe stellt. Man sollte nicht überrascht sein, wenn sich Überraschendes herausstellt und sich das Schwert umkehrt. Mozart hat sich mit seiner Oper „Cosi fan tutte“ tief in das Thema verstrickt.
Am Freitag hatte die Mozartoper im Zwickauer Gewandhaus Premiere. Von sich aus wären Fiordiligi, Juliane Schenk, mit ihrem Verlobten Guglielmo, Hinrich Horn, und Dorabella, Nathalie Senf, mit Ferrando, Raphael Wittmer, in den ganz normal vorgezeichneten Ehehafen gelandet. Frisch verliebt geben sich die Paare Versprechen, tauschen Bildnisse und Verlobungsgeschenke aus. Regisseur Søren Schuhmacher hat die Handlung ins romantische Italien der 60iger Jahre mit Petticoat und Pferdeschwanz verlegt.
Da bringt eine Diskussion mit ihrem lebenserfahrenen Freund Don Alfonso, Shin Taniguchi, über Weibertreue im Allgemeinen und über die Standhaftigkeit ihrer Verlobten im Besonderen die beiden Freunde Guglielmo und Ferrando nicht aus der Ruhe. Für sie steht die Liebe der beiden Schwestern außer jeder Frage. Sie lassen sich mit Don Alfonso auf eine Wette ein. Aber auch Don Alfonso ist sich seiner Sache sicher: Alle Weiber sind verführerisch und verführbar.
Fiordiligi und Dorabella schwelgen in Liebeserwartungen und beim Betrachten der Bilder ihrer Verlobten in ihrem Boudoir und seufzen eindrucksvoll und stimmgewaltig „Oh sieh doch nur Schwester“.


Juliane Schenk, vorn, ist mehr die sinnlich-verführerische Schöne und fesch schwenkt sie die Röcke bis zur Hüfte, Nathalie Senf gibt mehr die damenhafte Geheimnisvolle.










Juliane Schenk ist mehr die sinnlich-verführerische Schöne und fesch schwenkt sie die Röcke bis zur Hüfte, Nathalie Senf gibt mehr die damenhafte Geheimnisvolle.
Als Mozart die Oper 1790 in Wien auf die Bühne brachte, waren die Charaktere der Gesellschaft zu frivol. Das braucht heute niemand mehr zu fürchten, und Regisseur Schuhmacher schöpft unbedenklich aus dem Vollen.
Das Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau unter der musikalischen Leitung GMD Lutz de Veer brilliert mit vollen Klängen im Mozartsound.
Während Don Alfonso die beiden verlobten und verliebten jungen Männer mit einem fingierten militärischem Befehl auf Abenteuer schickt, und die Schwestern tränenreich Abschied nehmen, wandelt sich die Szene. Dank der Drehbühne im Gewandhaus und einem zweistöckigen Aufbau, Bühne und Kostüm Gretl Kautzsch, taucht nun der Strand von Neapel auf. Urlauber werden von Kugelblitzanimateur, Michael Simmen, in Fitness getrimmt. Den Schwestern begegnen nun ihre eben verabschiedeten Verlobten in Dandyverkleidung.
Unnahbar geben sich die Schönen auf die Annäherungsversuch der Galane und Fiordiligi singt: „Wie der Felsen“. Im Stillen zufrieden mit dem Stand der Wette und der Treue ihrer Verlobten geben sich die abgewiesenen Liebhaber untröstlich und drohen, sich das Leben zu nehmen, was sie zum Schein denn auch tun. Da ist es aus mit der Standhaftigkeit der Damen, und der Widerstand zu bröckeln. Das Kammermädchen Despina, Chrissa Maliamani, bereitet intrigant den Boden für die Treuebrüche. Chrissa Maliamani konnten die Premierenbesucher nur mit ihren schauspielerischen Talenten bewundern, ihre Stimme war weg. Die Stimme wurde ihr synchron aus dem Orchestergraben geliefert, ein ungewöhnliches aber sehr hübsches Arrangement, das mit Hilfe der von der Oper Leipzig ausgeliehenen Sopranistin Jennifer Porto ausgezeichnet gut gelang. Viel Szenenapplaus belohnte schon während der Vorstellung die Leistungen der Sängerinnen und Sänger. Überwältigend die Klangfülle mozartscher Musik vor allem dann, wenn sich die Stimmen der Sängerinnen und Sänger mehrstimmig vereinigen.
Da nun die verkleideten Liebhaber ihre Holden auch noch über Kreuz bestürmen, ist die Verwirrung der Gefühle perfekt, und Krach bahnt sich an, als die schon zur Hochzeit mit den neuen Liebhabern vorbereiteten Schwestern sich plötzlich vor die Tatsache gestellt sehen: Ihre Verlobten waren eigentlich nie auf fremden Schlachtfeldern unterwegs, sondern sie waren immer ganz nahe bei ihnen. Allerdings jeder bei der Verlobten des anderen.
Nun Don Alfonso hat das rechte Rezept, um die Wogen zu glätten: „So machen es doch alle!“.

Theo Stiegler
Nächste Vorstellungen: 5. Und 14. Dezember, jeweils 19.30 Uhr,
Kartentelefon 0375 27 411 .4648












Vorbereitet auf die kommende Hochzeit mit den neuen Liebhabern ahnen die beiden Schwestern noch nicht, wer denn gleich vor ihnen stehen wird. Despina, Chrissa Maliamani und Don Alfonso, Shin Taniguchi dagegen triumphieren über ihren Erfolg.
zur Theater-Website Karten 0375 274114647

Besetzung

Cosi fan tutte
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

Fiordiligi Juliane Schenk
Dorabella Nathalie Senf
Guglielmo Hinrich Horn
Ferrando Raphael Wittmer
Despina Chrissa Maliamani
Don Alfonso Shin Taniguchi
Opernchor des Theaters Plauen-Zwickau
Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau

Musikalische Leitung GMD Lutz deVeer
Regie Søren Schuhmacher
Bühne/Kostüme Gretl Kautzsch
Dramaturgie Stefan Bausch, lra Goldbecher
Choreinstudierung Friedemann Schulz
Musikalische Einstudierung Martin Bargel, André Cipowicz,
Matthias Spindler
Regieassistenz Reinhardt Seibt
lnspizient Jens Herrmann
Souffleuse Barbara Turbanisch

Premiere Zwickau
30.11.2012

Gewandhaus

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