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Rezensionen aus der Zwickauer Kulturszene

Aus dem Theater Zwickau - Musical Cabaret


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Jutta Kögler, vorn, als Sally Bowles. Foto: theater

Turbulenter Kit-Kat-Club mit Lust und Gänsehaut

Zwickau, 7.Februar 2002. Da wirbeln frivol-frech anmutende Ballettbeine, die eindringlichen Melodien im Kit-Kat-Club fahren in die Glieder: Cabaret. Das Musical mit der populären Musik hatte am Freitag, 8.Februar 2002, im Zwickauer Gewandhaus Premiere. Clifford Bradshow, Hardy Lang, ein hoffnungsvoller amerikanischer Schriftsteller erlebt die Zeit vor der „Machtergreifung“ durch die Faschisten in Berlin. Im Kit-Kat-Club lernt Clifford Sally Bowles, Jutta Kögler, kennen und lieben. Sally, Engländerin, hat in Berlin ihre Karriere und genießt die Weltstadt. Scheinbar sorgenlos tobt das Amüsement im Nachtclub. Jutta Kögler, wieder fest im Engagement am Theater Plauen-Zwickau lebt die Sally auf der Bühne: Szenenapplaus für die musicalerfahrene Sängerin: Weniger dominant wie Liza Minelli, an deren Filmrolle der Sally niemand vorbeikommt, der sich an das Stück wagt, gestaltet Kögler die Nachtclubsängerin liebenswert subtil. Georg Mittendrein als Intendant hat selbst inszeniert, vorweggenommen, ein guter Einstand des neuen Intendanten ins aktive Geschehen auf der großen Bühne. Ein farbenfrohes Spektakel entfaltet sich als das sorgenfreie Leben der Schickeria im Club. Bradshow ist nach Berlin gekommen, um Stoff und Zeit für einen Roman zu finden, von Hardy Lang eher artig als vordringlich gesungen und gespielt wird Bradshow von Sally okkupiert, sie zieht einfach in sein Pensionszimmer. Schnell entspinnt sich das Liebesglück zwischen Sally und Clifford. In der Pension Schneider treffen die unterschiedlichsten Personen aufeinander. Ein wenig empört aber schnell durch Geld beruhigt zeigt sich Fräulein Schneider, Pensionsbesitzerin, Edelgard Hoffmann, gegenüber den vielen Herrenbesuchen bei Fräulein Kost. Der jüdische Obst- und Gemüsehändler Schulz, Werner Rautenstengel, umgarnt Fräulein Schneider mit kleinen Geschenken und findet Gehör. Die Verlobung des ältlichen Paars wird angesetzt und in der Gemüsehandlung entspinnt sich die Feier als fröhliches Fest. Erst allmählich macht sich Gänsehaut breit. Hakenkreuze und Braunhemden erzeugen Unbehagen. Die Harmonie wird durch die Nazis gestört, süßlich fauler Schnulzengesang überdeckt wie Puderzucker die braunen Absichten der aufkommenden Herren. Schaufensterscheiben klirren am jüdischen Gemüseladen. Herr Schurz bagatellisiert: „Das geht vorbei“. Fräulein Schneider hat Angst vor der Courage, die Verlobung platzt. Das erfahrene Publikum kennt die Geschichte. Bradshow als Amerikaner ist entsetzt. Sally findet: „Der Kid-Kat-Club ist das unpolitischste Lokal in Berlin, hier habe ich meine Karriere.“ Bradshow beschließt: Nichts wie weg aus der Gefahr des aufkeimenden Faschismus. Cabaret ist gewiss kein lustiges Stück, obwohl viele Lustelemente auf der Bühne agieren, zerfallen diese am Ende in der beklemmenden Atmosphäre der frühen dreißiger Jahre. Aber ein großartiges und sehenswertes Stück für das Theater aber ist dem Ensemble mit Cabaret gelungen. Das Premierenpublikum feierte die Aufführung mit langanhaltendem Applaus.
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