Das Büchlein „Robert Schumanns Kindheit und Jugend“ widmet sich den Beziehungen des Komponisten in seiner Geburtsstadt


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. Mit dem Bändchen „… und denke an mein theures Zwickau – Robert Schumanns Kindheit und Jugend“ leistet sich Forscherin Ute Bär einen kleinen Ausflug vom höchst anspruchsvollen wissenschaftlichen Alltag der Schumannforschung - zur Freude aller Schumannfreunde. Foto: Stiegler

Im Jahr 2010 feiert die Stadt Zwickau den 200. Geburtstag von Robert Schumann



Das Büchlein „Robert Schumanns Kindheit und Jugend“ widmet sich den Beziehungen des Komponisten in seiner Geburtsstadt



ZWICKAU im November 2009 – Ute Bär hat eine große Liebe gefunden: Die Stadt Zwickau und ihr großer Musikersohn Robert Schumann haben die Frau aus dem Norden mit Haut und Haaren erobert.
Seit 1992 ist der Musikwissenschaftlerin die Muldestadt zur neuen Heimat geworden. „Ich habe hier das Glück, meine Liebe zu Schumann und zur Musik mit meiner Arbeit aufs Beste verbinden zu können“, sagt die Wissenschaftlerin, die in der Geburtstadt von Robert Schumann das umfangreichste Archiv zum Komponisten der Romantik vorfindet.
Im Geburtshaus von Robert Schumann, 1810 bis 1856, arbeitet Ute Bär an einem streng wissenschaftlichen Werk. Im Auftrag der Robert-Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf entsteht die Gesamtausgabe der Werke des Komponisten. Schon 2002 veröffentlichte die Forscherin dazu den Band mit den Violinsonaten des Meisters.
Da wurde es jetzt Zeit, sich eine kleine Kür von der Pflicht zu gönnen. Mit dem Bändchen „… und denke an mein theures Zwickau – Robert Schumanns Kindheit und Jugend“ leistet sich Forscherin einen kleinen Ausflug vom höchst anspruchsvollen wissenschaftlichen Alltag. Diese Woche stellte Ute Bär das im Hohenheim Verlag erschienene Buch zur Jugend des großen Komponisten in Zwickau der Presse vor.
„Robert Schumann war ein ganz normaler Junge – er liebte die Künste, er mochte dagegen keine Mathematik und Naturwissenschaft“, sagt die Autorin. Wie fühlt man sich, wenn man Tag für Tag ganz intim in das Leben der Schumanns eindringt, persönliche Briefe des Komponisten an seine Mutter, an seine Liebste und Ehefrau liest? Die Frage beantwortet Ute Bär mit den Worten: „Nun das bringt mir den Menschen ganz, ganz nahe.“ Sie lernt nun seit 17 Jahren eine liebenswerte Familie kennen, liest von Jugendstreichen und Liebschaften des Jungen Robert. „Zwar kennt jeder Zwickauer Robert Schumann, aber wo war sein Gymnasium, wo seine Lieblingsgaststätte?“ Ute Bär ist den ganz persönlichen Spuren des jungen Schumann in der Muldestadt nachgegangen.


„Das Buch“, so sagt sie, „soll sich flott lesen, es berichtet von der Stadt Zwickau, vom nahen Erzgebirge, und man erfährt auch, wie bitterarm die Menschen damals hier waren. „Kein Wunder, dass auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die jungen Leute von hier weggingen, um ihr Glück woanders suchen“. Und der Stadtsprecher Mathias Merz fügt hinzu: „Man muss nicht Musikwissenschaftler sein, um an den Beschreibungen von Wanderungen um die Stadt Zwickau vor 180 Jahren, gefallen zu finden.“ Lange Zeit schwankte der junge Schumann auch, ob er lieber Dichter oder Komponist werden wollte.
Unterhaltsam und interessant liest man Episoden und Beschreibungen aus der Jugend von Robert Schumann, vom Leben in der Stadt Zwickau und erhält durch sorgfältig ausgewählte Auszügen aus Briefen von und an den Komponisten lebensnahe Einblicke in die Zeit vor 200 Jahren. „Den Hauptgrund für das Buch aber lieferten meine eigenen Kinder“, sagt Ute Bär. Die hatte ihren gerade flügge gewordenen Sohn einen Brief von Schumanns Mutter vorgelesen, und der Filius fragte: „Hast Du das geschrieben oder ist das 180 Jahre alt.“ Bär: „Da hat sich nicht viel geändert, wenn die Kinder in die Welt hinaus ziehen, haben die Mütter immer die gleichen Sorgen.“
Natürlich kann die Autorin die Wissenschaftlerin nicht vollständig abstreifen. Fußnoten und Querverweise bieten den interessierten Leser wissenschaftlich exakt Anknüpfungspunkte weit über das in populärwissenschaftlichen Werken übliche Maß hinaus an. Wer also mehr wissen will, findet auch schnell die nötigen Quellen.
Wer aber unterhaltsam über Schumann, seine Kindheit und Jugend und vor allem auch über die Stadt Zwickau in der Zeit, als die Dampfmaschine nach Sachsen kam, lesen will, dem bietet Ute Bär auf 190 Seiten viele und spannende Episoden, ein lohnendes Lesevergnügen im Taschenbuchformat. Übrigens, der Vater von Robert Schumann war ein bedeutender Buchverleger, der als einer der Schöpfer des leserfreundlichen Taschenbuchformates gilt.
Auf eines hat sich die Schumannforscherin übrigens nicht eingelassen: „Ich lebe zwar seit 17 Jahren in Sachsen, ich bin aber stolz darauf, die Sprache habe ich aber vom Norden behalten.“
Demnächst kommt der Band „Robert Schumanns Kindheit und Jugend“ von Ute Bär in den Buchhandel.

Theo Stiegler

Die Autorin:
Dr. phil. Ute Bär, geboren in Neustrelitz, studierte Musikerziehung und Germanistik und war von 1980 bis 1992 wissenschaftliche Assistentin und Dozentin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Seit 1992 arbeitet sie im Robert-Schumann-Haus Zwickau als Mitarbeiterin der Robert-Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf.
Sie hat zahlreiche Beiträge zum Leben und Werk Robert sowie Clara Schumanns publiziert und fungierte mehrfach als Herausgeberin wissenschaftlicher Studien. So editierte sie beispielsweise 1997 Band 6 der Schumann Forschungen („Robert Schumann und die französische Romantik“), 2002 veröffentlichte sie den Band II/2/2 (Violinsonaten) und 2008 (mit Bernhard R. Appel) den Band I/2/2 im Rahmen der Neuen Schumann-Gesamtausgabe.


Das Buch:
Ute Bär: … und denke an mein theures Zwickau. Robert Schumanns Kindheit und Jugend, Hohenheim Verlag Stuttgart – Leipzig, 2009. Preis: 14,80 €. ISBN 978-3-89850-169-9


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