Die Boulevardkomödie „Bleib doch noch zum Frühstück“ von Gene Stone und Ray Cooney hatte Premiere im Zwickauer TiM



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Mit Luise Hamilton, Susan Ihlenfeld, kommt das Chaos aber auch wieder Leben in die Wohnung von George Clarke, Holger Schmidt. Foto: Peter Awtukowitsch

Boulevardkomödie „Bleib doch noch zum Frühstück“ von Gene Stone und Ray Cooney hatte Premiere im Zwickauer TiM


Wandlung der Gefühle mit rotzfrechem und spießigem Lebenplänen zur amüsanten Ansicht



ZWICKAU, 21. November 2008 – Louise, Susan Ihlenfeld, ist eine rotzfreche Göre, die aber nun vom Leben eingeholt wird: Die 17-Jährige ist hochschwanger. Da ist sie für ihren Freundeskreis nicht mehr attraktiv. Mit einem gewaltigen Knall, sie wirft den Plattenspieler auf ihren Lover Jimmy, Klaas Malorny, flieht sie aus der Behausung der modernen Boheme und findet Zuflucht in der darunter gelegenen Wohnung von Georg, Holger Schmidt, einem Muster an verklemmten Beamten.
Am Freitag hatte die Boulevardkomödie „Bleib doch noch zum Frühstück“ von Gene Stone und Ray Cooney Premiere im Zwickauer TiM.
Bis zur Einladung „Bleich doch noch …“ ist es da freilich noch ein weiter Weg.
Holger Schmidt verkörpert das geplante Leben. Das Publikum in der intimen Kelleratmosphäre des Zwickauer Theaters in der Mühle amüsiert sich über den Single, der auf Stil achtet, bis in die politisch korrekten Gesichtszüge beim Zeitungslesen, penibel gestylten Haushalt mit Cocktailschürze und putzigen Hauhosen ist alles minütlich geplant. Gerade hat Georg sein Gourmetessen aus indisch Curryhuhn und Reis fertig gekocht; der Tisch ist mit Serviettenring und Platzdeckchen hergerichtet, da bricht das Chaos herein: Louise wirbelt durch die Tür. Louise ist zwar hochschwanger, aber gleichgültig gegenüber jeglicher Lebensplanung. Susan Ihlenfeld gibt die hübsche aber schlampige Louise mit Leidenschaft und Hingabe. Zur Freude des Publikums „frisst“ sie Georgs stilvolles Curryhuhn hungrig und ohne jede Etikette in sich hinein und sie krönt ihre Coolness mit der hoheitsvollen Geste zu Georg: „Na nimm Dir doch auch was.“ Der bringt zur Freude des Publikums seine penible Lebensart auf dem Punkt, mit unnachahmlicher Geste, dreht er die Kurbel am Tischbein, bis aus dem Couchtisch ein Esstisch wird, die mehrfach praktizierte Geste wird zum komischen Exzess.
Als dann das Baby dazukommt, entwickelt sich die lockere Lebensgemeinschaft auf amüsante Weise. Regisseur Klaus Jürgen Tews hat eine feinfühlige Wandlung inszeniert.
Georg lässt schon mal seine Korrektheit sausen, er nschmeißt Kartons in die Kulisse und fehlt erstmals im Büro. Der britische Beamte findet Gefallen an seiner Rolle als Glucke, Louise dagegen betrachtet ängstlich ihr neues Leben mit Wäschebügeln und Partyverzicht, aber auch Ausbrüche aus der Fürsorglichkeit gelingen nicht mehr so gut, wie sie es in ihrem bisherigen Leben gewohnt war. Aber wie wird es weitergehen? Angebote von Paradiesvogel Jimmy, der die nun wieder attraktive Louise gern erneut in seinem Harem in der oberen Etage aufnehmen möchte, stören die Gemeinschaft auf unterschiedliche Weise.
Georgs Sexualleben ist auf niedrigem Niveau, beschränkt auf heimlich angeschaute Pornos. Aber Louise weiß Rat.
Herzlicher Applaus belohnt das Spiel auf der kleinen Bühne im Zwickauer Kellertheater. Nächste Vorstellung im TiM: 26. 11., 19.30 Uhr.
Kartentelefon: 0375 27411 46 47.
Ab 14. Dezember gibt es die Komödie auch auf der Galerie im Plauener Malzhaus zu sehen.
Theo Stiegler




Theo Stiegler

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