6. Internationales Bildhauersymposium 2014 in Zwickau


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siehe auch 4. Internationales Bildhauersymposium 2006 vom 18. September bis 6. Oktober 2006 - und Bildhauersymposium

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Teilnehmer 2014: vorn Claudia Düsing – Deutschland - Jo Harbort – Deutschland - Monika Immrová – Tschechische Republik, oben von links Timsam Harding – Spanien/Großbritannien, Eckard Labs - Deutschland, Robert Harding – Spanien, Florian Harbort - Deutschland/Schweden, Sebastian Harbort, Abel Ramirez Aguilar – Mexico

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STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 341 vom 8. September 2014
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Das Kulturamt informiert:

INTERNATIONALES BILDHAUERSYMPOSIUM IN ZWICKAU FINDET ZUM SECHSTEN MAL STATT

Künstler lassen sich „über die Schulter“ schauen


ZWICKAU – im September 2014 - das 6. Internationale Bildhauersymposium in Zwickau vom 15. September bis 1. Oktober 2014. War es bisher etwas abseits auf dem Windberg am Rande des Weißenborner Waldes, wird in diesem Jahr erstmals der Schritt in Richtung des Stadtzentrums gegangen: Die Veranstaltung, die in Kooperation der Stadt und des Kunstvereins Zwickau unter Leitung des hiesigen Bildhauers Jo Harbort organisiert wird, findet im Museumsgarten der KUNSTSAMMLUNGEN (Lessingstr. 1) statt. Eröffnet wird das Symposium am Montag, dem 15. September, um 10 Uhr. Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß gibt den Startschuss für den bis 1. Oktober dauernden Event, Jo Harbort wird den Gästen die teilnehmenden Künstler vorstellen, für die musikalische Umrahmung sorgt das Robert Schumann Konservatorium der Stadt Zwickau.

Sieben Bildhauer aus vier Nationen und zwei Studenten aus Dresden und Málaga sind zur sechsten Auflage des Symposiums dabei. Die Teilnehmer kommen aus Spanien, Schweden, der Tschechischen Republik, Mexiko und Deutschland. Die Kunstwerke, die in diesen zwei Wochen aus Holz und Sandstein entstehen, werden nach Beendigung des Symposiums im öffentlichen Raum Zwickaus aufgestellt.

Mit einem Zitat Leonardo da Vincis (1452-1519) lässt sich der Bogen auf die Materialien schlagen, die verwendet werden: „Wo die Natur aufhört ihre Abbilder zu schaffen, dort beginnt der Mensch, aus natürlichen Dingen mit Hilfe der Natur unendliche Bilder zu schaffen.“ In diesem Jahr sind es vor allem Holz und Sandstein aus denen die Künstler „unendliche (Ab-)Bilder“ schaffen. Man darf gespannt sein, was Jo Harbort und Kollegen am Ende daraus gestalten. So unterschiedlich die Materialien sind, so groß ist auch die Vielfalt ihrer Formensprache.

Ziel des Ortswechsels ist es, das Symposium, die Künstler und die entstehenden Werke mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Es besteht die Möglichkeit, den Künstlern täglich von 9 bis 16 Uhr bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen. Diese Chance bietet sich eher selten, denn in der Regel sind Skulpturen, wenn sie zur Ausstellung gelangen, bereits fertig gestellt und der Künstler meist nicht anwesend. Das internationale Bildhauersymposium spielt mit dem Charme, dass der Besucher direkt am Entstehungsprozess der Kunst beteiligt wird, indem er deren Fortgang täglich beobachten kann. Im Gespräch mit den Künstlern erfährt man viel über Ausdruck und Intention des Werkes und über das Material und die Technik, in der es entsteht.

Am Mittwoch, dem 1. Oktober werden ab 14 Uhr die Ergebnisse des Symposiums im Museumsgarten der Öffentlichkeit präsentiert. Die entstandenen Skulpturen erläutert Künstler Jo Harbort. Bürgermeister Bernd Meyer wird zur Abschlussveranstaltung sprechen. Die Band „The Porridges“ sorgt für die musikalische Umrahmung des Nachmittags.


Jo Harbort organisiert das Internationale Bildhauersymposium in Zwickau. 2014 schon zum 6. Mal. Fotos: Theo Stiegler

































Die Künstler im Überblick



Florian Harbort – Deutschland/Schweden
geboren 1975 in Marienberg •
1996-99 Studium der Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin •
1996-2001 Teilnahme an internationalen Schneeskulpturwettbewerben in Schweden, USA, Kanada, Japan und Finnland •
seit 2004 regelmäßige Ausstellungen in Stockholm, Värmdö, Gustavsberg, Ingarö und Berlin •
2008 Umzug nach Schweden •
seit 2009 Mitglied im Kuenstlerverbund Stockholm und Värmdö Kunstverein •
seit 2014 Vorstandsmitglied im Värmdö Kunstverein







Sebastian Harbort – Deutschland
geboren 1976 in Dresden •
1982-92 Realschule •
1992-95 Lehre zum Stuckateur •
1996 Studienreise nach Quebec/Kanada •
1997-99 Fachabitur für Gestaltung in Dresden •
2000-2005 Studium der Theaterplastik an der Hochschule der bildenden Künste Dresden •
2003 Studienreise nach St. Petersburg/Russland •
Seit 2006 freischaffender Bildhauer


















Eckard Labs – Deutschland •
geboren 1960 in Rostock •
1984-88 Studium der Holzgestaltung bei Prof. Brockhagen an der Hochschule Schneeberg •
1988-89 Förderstipendium des Kulturfonds Berlin •
1989 Mitglied BBK Mecklenburg-Vorpommern •
seit 1988 freischaffender Bildhauer




















































Abel Ramirez Aguilar – Mexico

geboren 1943 in Mexico-City •
drei Jahre Studium Malerei und Plastik am Instituto Nacional de Bellas Artes in Mexico-City •
Kurse bei Lyle und Dorothy Perkins (Design and Crafts School, Rhode Island) •
1963-67 Professor am Ceramics Ateliers des Capacitation Center for in Industrial Work Education Ministry in Puebla/Mexico •
1967-72 Professor im Bereich Metall im Center of Plastic Arts and Hands Arts Unidad independencia, Mexico-City


















































Robert Harding – Spanien
geboren 1951 in Birmingham/England •
bevor er 1978 nach Spanien umzog, lebte er in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie dem Libanon •
er nahm an über 30 Bildhauersymposien teil u.a. in Südamerika, USA, Europa, Japan und Korea •
er arbeitet u.a. mit Marmor, Granit, Holz, Stahl, Edelstahl oder auch Eis •
er hatte eigene Ausstellungen in England, Schweden, Deutschland und Spanien und Ausstellungen mit anderen Künstlern auf der ganzen Welt •
er besitzt ein Atelier in der Sierra Nevada sowie in der Nähe von Málaga (Spanien)















































Monika Immrová – Tschechische Republik
geboren 1970 in Louny/Tschechische Republik •
1995-2001 Studium an der Akademie der bildenden Künste Prag •
1997 Studienaufenthalt an der Kunstakademie Stuttgart bei Prof. Ullmann •
1999-2000 Auslandsjahr an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Bosslet •
seit 1996 Einzel- und Gruppenausstellungen in Tschechien und Deutschland























Jo Harbort – Deutschland
geboren 1951 in Oschersleben •
1969 schloss er seine Lehre zum Holzbildhauer ab •
1970-1975 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden •
seit 1976 als freischaffender Bildhauer tätig •
arbeitet vorwiegend mit Holz aber auch Stein und Eis





























Studentische Teilnehmer









Claudia Düsing – Deutschland
geboren 1987 in Pasewalk •
2006 Abitur •
2006-2007 Praktika in Theater- und Filmwerkstätten •
2007-2010 Ausbildung zur Bühnenmalerin am Hans-Otto-Theater Potsdam •
2010-2014 Studium der Theaterplastik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Eißner















































Timsam Harding – Spanien/Großbritannien
geboren 1992 in Málaga/Spanien •
2011 Abschluss an der Fine Arts high School Málaga/Spanien •
2012 University of History of Art Málaga •
2013 Zeichenkurs bei Javier Roz (Málaga), Fotografiekurs bei Andres Cobacho (Universität Málaga), Kurs in der Radierkunst bei Paco Aguilar (Málaga) •
in seiner Jugend befasste er sich hauptsächlich mit Graffiti und Malerei •
heute arbeitete er künstlerisch vielseitig, wobei Fotografie und Film eine große Rolle spielen; seine bevorzugten Materialien in der Bildhauerei sind Eis und Schnee























STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 385 vom 6. Oktober 2014
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Das Kulturamt informiert:

Spannende Kunst für den öffentlichen Raum

6. Internationales Bildhauersymposium erfolgreich beendet

Mehr als zwei Wochen ertönte aus dem Museumsgarten der KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum ein beständiges Hämmern, Schlagen und Sägen. Dabei kamen die Geräusche jedoch nicht von der Baustelle im Haus. Vielmehr war ihr Ursprung deutlich kreativer: Seit dem 15. September gastierten neun Bildhauer im Garten, die während des 6. Internationalen Bildhauersymposiums Objekte unterschiedlichster Coleur schufen. Am 1. Oktober fand die Veranstaltung in lockerer, feierlicher Atmosphäre ihren Abschluss. Mitorganisator und Bildhauer Jo Harbort stellte den rund 80 Gästen in gewohnt entspannter Art und Weise jeden Künstler samt entstandenem Kunstwerk vor. Er selbst schuf ein Werk aus Sandstein mit dem klangvollen Titel „Komposition“, das entlang des Dr.-Friedrichs-Rings aufgestellt wird.

Das Symposium zeigte nicht nur, wie sich unterschiedlichste Materialien zu Kunstwerken formen, sondern auch wie verschieden Arbeitsweise, Themenbezug und Materialauswahl der einzelnen Künstler sind. Davon ganz unabhängig hat sich die Verlegung der Veranstaltung von der Abgeschiedenheit des Windberges mehr zum Zentrum gelohnt. Über die gesamte Dauer konnte ein regelmäßiger Publikumsverkehr verzeichnet werden. Besonders positiv war die gute Resonanz unter den Schülern, die im Rahmen ihres Kunstunterrichts interessante Einblicke in die Arbeitswelt eines Künstlers gewinnen konnten.


Objekte der Teilnehmer finden sich im Stadtbild wieder

Die Ergebnisse des 6. Internationalen Bildhauersymposiums bereichern mittlerweile – bis auf eine Ausnahme – das Zwickauer Stadtbild. Großes Interesse erregte das Werk Florian Harborts, welches im Museumsgarten seinen Standort gefunden hat. „Laotses Weisheit“, eine Holzskulptur in Form einer Schriftrolle mit dem Zitat: „Nur wer sich in Genügsamkeit genügt, hat stets genug“, des chinesischen Schriftgelehrten. Das Kunstwerk verleiht in seiner Schlichtheit dem Zitat Nachdruck, in dem es darum geht, sich auf das Wesentliche zu beschränken und nicht im Überfluss zu leben. Der Künstler selbst sah es als bedeutend an, da Überfluss und Konsumrausch in unserer Zeit an der Tagesordnung sind.

Um etwas anderes Weltbewegendes und Großes geht es im Werk Abel Ramirez Aguilars aus Mexico. Seine Holzskulptur, die zwei Wesen in inniger Umarmung darstellt, trägt den poetischen Titel „All you need is Love Love Love“ und ist fortan in den Grünanlagen am Dr.-Friedrichs-Ring zu sehen. Liebe stellt nach Ansicht Aguilars die einzige treibende Kraft und Energie unserer Zeit dar, die uns hilft immer neue Wege und Brücken zu bauen, um jedem Menschen Frieden zu bringen.
Einen friedlichen Anblick bietet das „Schiffchen“ aus Sandstein, das Sebastian Harbort schuf. Ihm war es wichtig, den Widerspruch zwischen Form bzw. Ausdruck des Werkes und dem verwendeten Material zu zeigen. Es soll Interpretationsspielraum lassen und dem Betrachter Platz für ganz eigene Überlegungen einräumen. Sein Werk können die Besucher im Museumsgarten bestaunen.

Das Vater-Sohn-Gespann Robert und Timsam Harding widmeten sich während des Symposiums dem Thema Natur, dies aber in völlig unterschiedlicher Art und Weise. Während Robert Harding unter dem Titel „Fruit“ eine apfelähnliche Schöpfung aus Sandstein und geschweißtem Stahl schuf, widmete sich sein Sohn Timsam mit „INNIN“, das aus dem somalischen übersetzt so viel wie „Samen“ bedeutet, einer klassischen Holzskulptur, gerußt in Schotenform mit Samen aus Rochlitzer Porphyr darin. Für „Fruit“ wurde die Grünfläche vor dem Ärztehaus in Oberplanitz als Standort auserkoren. Die hölzernen Schoten kommen am Schumannplatz zur Geltung.

Monika Immrovás „Meilenstein“ aus Sandstein lässt dem Betrachter freien Lauf in Sachen Interpretation. Der ehemalige Quader, verziert mit Ornamenten und Reliefstrukturen, trägt als Bekrönung eine Art Gefäß. Dieses Werk ist im Ringgrün zu finden. Die Dresdner Studentin der Theaterplastik, Claudia Düsing, widmete sich ebenfalls der Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und schuf ein „Tanzendes Paar“, das jedoch in einem völlig anderen Stil gehalten ist als das ihres mexikanischen Kollegen. Zu sehen ist das Werk ebenfalls am Dr.-Friedrichs-Ring.

Eine von Eckard Labs geschaffene Bank erhält ihren Platz im Frühjahr an der Nicolaischule. Das geschwungene Sitzmöbel mit Vogeldetail kommt nach draußen, wenn die Witterung beständiger wird und das Holz abgetrocknet ist.



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