Verkehrsanbindung der Muldestadt Zwickau


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Der 1936 erbaute Zwickauer Hauptbahnhof.


Die denkmalgeschützte Bahnhofshalle in Zwickau hat ein paar neue Akzente erhalten: Fast futuristisch mutet der Servicepoint an, wo der Reisende auch Informationen zur Region, Hotels und Sehenswürdigkeiten bekommt.

Neue Aufgaben für große Empfangsgebäude gesucht

Herr über 105 Bahnhöfe von Gutenfürst bis Mittelsachsen

Mit der Eisenbahn erreichbar ist die Stadt Zwickau seit 1848. Mehrfach wurden neue Empfangsgebäude nötig. Das heutige repräsentative Gebäude entstand 1936. Eberhard Schneider ist Herr über 105 Bahnhöfe. Seit einem Jahr hat die Bahntochter Station&Service die Region von Gutenfürst bis Wechselburg hinter Chemnitz, von Elsterberg in Thüringen bis Schlema im Erzgebirge zusammengefasst. Von den 105 Bahnhöfen haben heute noch 66 ein Empfangsgebäude. Viel zu viele weiß der Leiter des Bahnhofmanagements, der sein Reich von Zwickau aus regiert. Am Ende werden wohl nur die Großen übrigbleiben: Plauen, Zwickau, Glauchau und Werdau beispielsweise. Schneider breitet Fotos aus: Ein schön renoviertes Bahnhofsgebäude in der großen Kreisstadt Crimmitschau, dort hat die Bahn nur noch einen Fahrkartenschalter und künftig werde dort möglicherweise nur noch eine Agentur die Bahngeschäfte mit erledigen, Auskunft, Kartenverkauf im Reisbüro. Für eine große Zahl von Bahnhöfen werden neue Aufgaben gesucht. Die Kommunen beispielsweise sieht Schneider als mögliche Nutzer, die bis hin zu öffentlichen Verwaltungen oder Bibliotheken die Bahnhöfe nutzen könnten. Ganz so trifft es Plauen und Zwickau oder Glauchau nicht. Das Problem sei, die Bahnhofsgrößen wie früher werden nicht mehr gebraucht. In Zwickau ist aus den Fahrkartenschaltern mit den riesigen Fahrkartenmaschinen, die jede Fahrkarte innerhalb Deutschlands per mechanischen Wunderwerk drucken konnten, ein kleiner Raum mit vier Computern geworden, die meisten Karten werden sowieso aus den Automaten in der Halle gezogen. Per Bildschirm wird auch jede nur gewünschte Fahrkarte im Dialog schnell ermittelt und gegen Bares oder Kreditkarte ausgegeben. Die Zeit ist eiliger geworden: Die Verweildauern auf den Bahnhöfen ist kurz. Das merkten zuerst die Restaurants. Zwickau hatte deren drei mit hunderten von Plätzen. Die sind geschrumpft auf einige wenige im Casino, das heute den Raum belegt, wo noch in den siebziger Jahren die Gäste in den Türen standen, darauf warteten, dass endlich ein Platz frei wurde. Das Casino ist ein Kompromiss. Eigentlich bahneigen und als Betriebskantine gedacht, wird kein Reisender abgewiesen, der die Wartezeit für eine Mahlzeit verwenden will: Schnitzel für fünf Mark und Salat für zwei Mark sind moderat. Finden muss er die Oase aber selber: Werbung verbietet sich durch den besonderen Status: Eigentlich für die Beschäftigten der Bahn gedacht. Die Beschäftigten sind aber auch immer weniger geworden, so dass die Betreiber schon froh sind, wenn sich Reisende ins Restaurant verirren. Die Plauener sind schlechter dran. Für die Gaststätte suche man einen Betreiber, Verhandlungen seien im Gange, aber eine Ergebnis sei noch nicht in Sicht, sagt Schneider. Lediglich für das Kiosk gibt´s Licht am Horizont: Ab 1. November sei dort wieder Essen und Trinken auf die Faust zu haben. Dabei hat der Plauener Bahnhof gegenüber Zwickau einen Vorteil: Platz für parkende Autos sei dort genügend vorhanden, sagt der Manager. Eine Voraussetzung für künftige Nutzung. Schön wäre es schon, wenn man überall klein Leipzig anbieten könnte: Der dortige Bahnhof ist längst Erlebniszentrum geworden. "Wir sind für alles offen", sagt Schneider und meint: Investoren und Geschäftsleute, Gastwirte und Servicecenter vom Friseur bis zum Solarium finden immer ein offene Tür, wenn sie die Bahnhöfe der Region für ihre Geschäfte entdecken. Die kommen aber nur, wenn die Geschäfte gut gehen. Das ist unter anderem davon abhängig, wieviele Menschen die Bahn nutzen. Denen einen bequemen, sicheren und attraktiven Zugang zum Zug zu gewährleisten: Darin sieht Schneider den Kern der Aufgabe der DB Station&Service AG. "Wer hat 1936 schon an Behinderte mit Rollstuhl gedacht", zeigt der Bahnhofmanager auf die Halle des Zwickauer Empfangsgebäudes und die Treppen. Kein Aufzug sichert den Zugang von den Bahnsteigen. Die Visonen gehen weiter: "Die Reise beginnt zu Hause, weit vor dem Bahnhof." Mit Partnern, Taxi-Unternehmen oder auch Autovermietungen Pakete anbieten, dort sei noch viel zu tun. Mit dem Fahrverkehr auf der Schiene haben die Serviceleute nur insofern zu tun, dass sie das gesamte Umfeld, vom Auto oder der Straßenbahn bis der Reisende im Zug sitzt, so angenehm wie möglich zu gestalten: Dazu gehören auch Fahrpläne und aktuelle Informationen. An vielen Stellen regelt das schon der Computer mit großen Bildschirmanzeigen, die auch berücksichtigen, dass der erwartete Zug 20 Minuten Verspätung hat. Für die Verbindung von Hof nach Leipzig werde in naher Zukunft auch auf jeden kleinen Haltepunkt der Reisende umfassend informiert: Lautsprecher mit Automatenstimme sage dann jeden Zug an und wissen auch, ob der im Plan liegt oder nicht.

An die Stelle der früheren Restaurants für erste, zweite und dritte Klasse ist heute ein Schnellimbissrestaurant getreten. Hauptaufgabe: Kantine für Personal.

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