Tunnel der Bundesstraße B93 neben der Innenstadt am 20. Dezember 2007 - erste Fahrspuren freigegeben

zum Spatenstich im September 2006 - Nun wird der Tunnel erheblich teurer

Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE

Das Ende eines Nadelöhres für den Verkehr am Fuß des Erzgebirges


Tunnel neben Zwickauer Innenstadt kostet 29 Millionen Euro


ZWICKAU – Die Stadt Zwickau hat seit gestern ein neues Vorzeigeobjekt: Ein 400 Meter langer Tunnel mit vier Verkehrsspuren tritt an die Stelle eines berüchtigten Nadelöhres im Nord-Südverkehr. Der Zwickauer Oberbürgermeister Dietmar Vettermann und der Sächsische Staatsminister für Umwelt Wöller durchschnitten das Band zur Verkehrsfreigabe des Tunnels, der die wichtigste Zwickauer Verkehrsader zwischen Innenstadt und Mulde auf vierhundert Metern unter die Erde verlegt.
Das Bauwerk, Kosten 29 Millionen Euro, schließt nun eine Lücke auf der Bundesstraße 93 zwischen dem westlichen Erzgebirge um Aue und Schwarzenberg bis hin zum tschechischen Karlsbad und dem Leipziger Raum. Nicht zuletzt das Volkswagenwerk in Mosel wird davon Nutzen haben, denn bisher war für Zulieferer des Werkes eine Ansiedlung südlich von Zwickau tabu: Zu groß war das Risiko, dass Lieferungen von dort in der Muldestadt stecken bleiben könnten. Die Leitung von Volkswagen Sachsen hatte deshalb auf die Beseitigung dieser Engstelle gedrungen. Seit 1994 die B93 vierspurig von der Bundesautobahn A4 bei Meerane bis Zwickau ausgebaut wurde, blieb das Reststück auf Höhe der Zwickauer Innenstadt ein dauerndes Ärgernis.

Schnippelbrigade zur Tunnelfreigabe unter anderem mit Oberbürgermeister Vettermann, rechts, und Umweltminister von Sachsen Roland Wöllner, zweiter von rechts.


Für die Bewohner der Zwickauer Innenstadt liegt der Nutzen auf anderer Seite: Mit dem Tunnel verschwinden 25000 Autos, die auf dieser Trasse am Tag gezählt werden, unter der Erde. Der mit dem dicht neben der Stadt vorbei fließenden Verkehr verbundene Lärm und die Abgase waren der ursprüngliche Hauptgrund für die Planung eines Tunnels an dieser Stelle.
Seit dem Jahrhunderthochwasser im August 2002, als der Muldendamm neben der Innenstadt zu brechen drohte, ist eine weiterer wichtiger Grund zum Bau des Tunnels hinzugekommen: Das Bauwerk schützt die Zwickauer Innenstadt vor Hochwasser. 1954 war der Damm gebrochen, in den Straßen und am Hauptmarkt stand damals das Wasser zwei Meter hoch.
Über dem Tunnel soll nun eine parkähnliche Grünanlage entstehen, diese verbindet künftig die Innenstadt mit dem Muldeufer, das mit Rad- und Wanderwegen für die Naherholung der Zwickauer am Fluss erschlossen wird.
Vettermann dazu:“Die Mulde wird erstmals seit vielen Jahrzehnten erlebbar und wird der Belebung der Innenstadt nutzen, wir schaffen ein "Muldeparadies".
Vettermann benutzte seine Rede zur Tunnelweihe, aber auch um noch einmal auf die vielen Hindernisse, die sich vor den Tunnelbau auftürmten einzugehen: „Um ein Haar wäre das Ganze gescheitert, im Stadtrat standen 22 Befürwortern 22 Gegner des Projektes gegenüber.“




Für den Umweltminister Wöller dagegen zählt: „Die Stadt erhält mit dem Bauwerk an der Zwickauer Mulde ein stabiles Hochufer, das sie besser vor Hochwasser schützt. Damit wird Zwickau so hochwassersicher wie nie zuvor.“ Eine gute Investition in die Zukunft.
Mit der Verkehrsfreigabe rollt der Verkehr zunächst auf je einer Spur von Nord nach Süd und umgekehrt. Bis Mitte nächsten Jahres wird es dauern, bis alle Restarbeiten erledigt sind. So kann erst jetzt mit dem Bau der endgültigen Spuren im südlichen Bereich begonnen werden, bis jetzt rollte dort der Verkehr über die provisorische Umleitung. Erst jetzt können dort die Bagger anrücken.
Theo Stiegler


Offizielle Texte von Pressestellen

SMUL - SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDWIRTSCHAFT
19.12.2007 10:36
Umwelt | Wirtschaft | Termine/Einladungen

Tunnel schließt Lücke der Bundesstraße 93
Wöller: „Zwickau erhält mit Tunnel stabilen Hochwasserschutz“

Die Autofahrer im Zwickauer Raum können aufatmen. Die Lücke der Bundesstraße 93 wird mit der Inbetriebnahme der ersten zwei Fahrspuren geschlossen. Umwelt und Landwirtschaftsminister Roland Wöller wird morgen (Donnerstag, 20. Dezember) in Vertretung des Ministerpräsidenten in Zwickau einen 400 Meter langen Tunnel freigeben. „Die Stadt erhält mit dem Bauwerk an der Zwickauer Mulde ein stabiles Hochufer, das sie besser vor Hochwasser schützt“, so der Minister. Damit wird Zwickau so hochwassersicher wie nie zuvor. Mit der Freigabe des Tunnels werden zugleich die Anwohner des Stadtgebiets vom Straßenverkehr entlastet. Verkehrsminister Thomas Jurk: „Mit dem Lückenschluss der B 93 zwischen Mauritiusbrücke und Glück-Auf-Brücke ist die Bundesstraße komplett und bildet damit das Rückrat des Straßenhauptnetzes der Stadt Zwickau.“ Die zweite Tunnelröhre soll Mitte 2008 dem Verkehr übergeben werden.
Die Gesamtkosten betragen 29 Millionen Euro. Davon gibt der Freistaat für den Hochwasserschutz 4,4 Millionen Euro und für den Straßenbau 19,7 Millionen Euro aus. Nach dem sächsischen Hochwasserschutz-Investitionsprogramm werden in Zwickau weitere Deiche saniert und neugebaut. Dafür stellt Sachsen insgesamt 9,55 Millionen Euro zur Verfügung. Zuletzt war Zwickau durch die Mulde 1954 weitgehend überschwemmt. Die dann erbauten Deiche konnten die Stadt zwar 2002 vor dem Hochwasser schützen, waren aber danach in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt.
Hinweis an die Redaktionen: Zur Freigabe des B-93-Tunnels in Zwickau am Donnerstag, 20. Dezember, 10 Uhr sind Sie herzlich eingeladen (Fototermin!). Treffpunkt: ist der Parkplatz in der Nähe am Alten Gasometer, Kleine Biergasse 3, 08056 Zwickau. Eine Anfahrtsskizze ist in der Pressestelle (Telefon 564 6818) erhältlich.

Rückfragen an Pressesprecherin Irina Düvel: mailto:irina.duevel@smul.sachsen.de

---------------------------------------------------
STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 399 vom 20. Dezember 2007
---------------------------------------------------

Das Tiefbau-, Garten- und Friedhofsamt informiert über die
VERKEHRSFREIGABE DES ZWICKAUER B 93-TUNNELS
Innovatives Infrastrukturprojekt verbindet Straßenausbau mit Hochwasser- und Anwohnerschutz sowie Freiflächenentwicklung


Heute wurde der B 93-Tunnel in Zwickau für den Verkehr freigegeben.

Den symbolischen Banddurchschnitt nahmen der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Roland Wöller, der Abteilungsleiter Verkehr des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit Dr. Bernd Rohde sowie der Zwickauer Oberbürgermeister Dietmar Vettermann gemeinsam vor.

Die Verkehrsfreigabe bedeutet einen wichtigen Meilenstein bei dem derzeit wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekt in Zwickau. Die Gesamtkosten für das Vorhaben werden voraussichtlich entsprechend der Planungen etwa 29 Mio. Euro betragen.

Mit dem innovativen Bauvorhaben werden perspektivisch mehrere Ziele realisiert:
Neben dem vierspurigen Ausbau der B 93, der wichtigsten Verkehrsader der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt, erfolgt die Errichtung des Hochufers an der Zwickauer Mulde zur nachhaltigen Verbesserung des Hochwasserschutzes der Innenstadt. Vom Tunnel und der entsprechenden Lärmreduzierung profitieren zudem die Anwohner. Nach der Vollendung des Bauwerkes wir schließlich die Oberfläche des Tunnels in ein neues Naherholungsareal umgestaltet.



Die komplette Fertigstellung des Streckenabschnittes erfolgt bis Mitte des kommenden Jahres, da die Teilinbetriebnahme des Tunnelbauwerkes mit der Umbindung des Verkehrs die technisch notwendige Voraussetzung ist, um die südliche Rampenfahrbahn fertig stellen zu können. In diesem Bereich befindet sich derzeit noch die zwischenzeitliche Umfahrung der Baustelle, die nun dem Weiterbau der Rampe Süd weichen muss.
Daher wird bis zur kompletten Fertigstellung der Südrampe Mitte 2008 der Verkehr auf einer Fahrspur pro Richtung durch die jeweils dafür vorgesehene Tunnelröhre geführt. Dann erst wird der vierspurige Lückenschluss der B 93 in Zwickau vollständig vollzogen werden können.






Daten und Fakten


Zeitschiene

1992: Aufstellung eines Bebauungsplanes durch die damalige Stadtverordnetenversammlung; vorrangige Planungsziele: Absolute Sicherung der Leistungsfähigkeit der B 93 im betrachteten Abschnitt, Sicherung des Lärmschutzes für die Anwohner und Beseitigung der Trennwirkung zwischen Stadtzentrum und Muldenaue durch die Verkehrstrasse

1997: Beschluss des erstellten Bebauungsplanes

1998: Vorentwurf zur konzipierten Verkehrslösung


2002: Nach dem Jahrhundertwasser erfolgt die Verknüpfung von Hochwasserschutzmaßnahme und Verkehrsbauvorhaben.

2004: Auf Basis einer Vereinbarung zur finanziellen Beteiligung zwischen LTV und Stadt Zwickau wurde im April 2004 dem Fördermittelantrag entsprochen.

2005: Beginn der Arbeiten zur Herstellung der Baugrubenumschließung und Abdichtungsarbeiten der ehemaligen Mühlgräben

8.11.2006: feierliche Grundsteinlegung

25.10.2007: Betonieren der letzten Deckenplatte des Tunnels

01.11.2007: erster Testbetrieb der Tunnelbeleuchtung

23.11.2007: Beendigung des Asphalteinbaus

20.12.2007: Verkehrsfreigabe


Allgemeines:

Die B 93, die wichtigste über- und innerörtliche Verkehrstrasse, verbindet überregional die BAB 72, das Erzgebirge und das Vogtland mit der BAB 4/Anschlussstelle Meerane und darüber hinaus mit dem mitteldeutschem Raum Leipzig/Halle.

Der vierstreifige Lückenschluss der B 93 zwischen Mauritiusbrücke und Glück-Auf-Brücke ist der letzte Ausbauabschnitt zur Komplettierung der Bundesstraße als Rückgrat des Straßenhauptnetzes der Stadt Zwickau und soll die bisher völlig ungenügende Situation auf dem bisher nicht ausgebauten innerstädtischen Abschnitt lösen.

Für diesen Streckenabschnitt wird von einer Verkehrsbelastung von circa 33000 Kfz pro Tag im Jahr 2015 ausgegangen.

Die Gesamtlänge der Verkehrsanlage beträgt 780 Meter, davon 380 Meter in Tunnellage und etwa 240 Meter im Trogbereich. Auf dem Muldendamm wird ein neuer drei Meter breiter Rad- und Gehweg angelegt, da entlang der neuen Verkehrsanlage im Tunnel- und Rampenbereich nur Notgehbahnen vorhanden sind.

Gemeinsam mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Zwickauer Mulde/Obere Weiße Elster plante die Stadt Zwickau im Rahmen der Komplexmaßnahme die Ausbildung eines Hochufers entlang der Tunnelstrecke.

Dabei wird der bestehende Muldendeich beseitigt und durch ein Hochufer, in Verbindung mit einer Überschüttung des Tunnels, ersetzt. Die bestehenden und zum Teil steilen Böschungen werden abgeflacht und somit die zum Teil geringe Standsicherheit der Uferböschung sowie der Abflussquerschnitt erhöht.

Gleichzeitig wird im Vorlandbereich und auf der Dammkrone ein Wirtschaftsweg für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Hochufer angelegt. Weiterhin soll südlich der Paradiesbrücke eine bestehende, schadhafte Ufermauer abgerissen und durch eine neue Stützwand ersetzt werden.

Parallel zu den noch zu leistenden Arbeiten beginnt die Modellierung der Tunneloberfläche. Bis 2009 soll hier inmitten der Stadt Zwickau ein parkähnliches Areal entstehen.



Kosten (gemäß Kostenberechnung):

Grunderwerb - 1,950 Mio. Euro
Bau - 24,699 Mio. Euro
Planung - 2,365 Mio. Euro

Gesamtkosten - 29,014 Mio. Euro

Die Finanzierung setzt sich zusammen aus:
Mittel GVFG - 16.453 Mio. Euro
Landesmittel - 3.291 Mio. Euro
Anteil Dritter: Landestalsperrenverwaltung - 4.418 Mio. Euro
Eigenanteil Stadt Zwickau - 4.852 Mio. Euro


Mathias Merz,
Leiter Presse- und Oberbürgermeisterbüro, Stadtverwaltung Zwickau

---------------------------------------------------
STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 028 vom 30.01.2008
---------------------------------------------------


BAU DES „B 93-TUNNELS“ VERURSACHT MEHRKOSTEN


Stadt prüft genaue Summe und hofft auf zusätzliche Förderung



Der Bau des B 93-Tunnels in Zwickau verursacht Mehrkosten in Höhe von voraussichtlich etwa 4,3 Millionen EURO. Ursachen hierfür sind insbesondere unerwartete Kosten für Grundwasserreinigung, nicht wieder verwertbares Bodenmaterial sowie die Erhöhung der Stahlpreise. Die Stadt prüft derzeit die exakte Höhe der Mehrkosten. Zudem wird versucht, für die entstandenen Kosten eine zusätzliche Förderung zu erhalten. Oberbürgermeister Dietmar Vettermann hatte unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Kostensteigerung eine Untersuchung des Vorgangs angeordnet.

Den größten Anteil an der Erhöhung der Gesamtkosten haben die deutlich gestiegenen Grundwasserreinigungskosten, die allein mit einem siebenstelligen Betrag zu Buche schlagen dürften. Die erhebliche Grundwasserbelastung war trotz umfangreicher Untersuchungen im Vorfeld der Investitionsmaßnahme nicht ersichtlich, und konnte erst mit fortschreitendem Bauablauf in ihrem ganzen Umfang erkannt werden. Diese Kontaminierung, bedingt durch die im Baufeld ehemals befindlichen Gewerbebetriebe, macht eine permanente Grundwasserreinigung erforderlich.

Negativ wirkt sich des weiteren die Zusammensetzung des Bodens aus, die ebenfalls nicht zu erkennen war. Insbesondere im Bereich des südlichen Tunnelabschnittes wurde anstelle wiedereinbaufähiger Bodensorten hauptsächlich Bauschutt aus der ehemaligen Uferrandbebauung der Mulde und ihrer Nebenarme aufgefunden. Neben den hierbei anfallenden Entsorgungskosten des ursprünglich zum Wiedereinbau vorgesehenen Materials kommen nunmehr auch noch Mehrkosten für eine Ersatzbeschaffung hinzu. Weitere Aufwendungen entstehen schließlich durch die gestiegenen Stahlpreise.

Gemeinsam mit der Stadt- und Regionalbahn Zwickau Projektgesellschaft mbH (SRZ) i.L. ermittelt die Stadtverwaltung derzeit die exakte Höhe der Mehrkosten. Die städtische Gesellschaft ist im Rahmen der Komplexbaumaßnahme mit der Bauoberleitung und –überwachung sowie mit der Auftragsvergabe an die jeweiligen Unternehmen beauftragt. Parallel wird versucht, eine zusätzliche Förderung zu erreichen. Entsprechend der Anordnung des Oberbürgermeisters ist schließlich zu klären, wer für die entstandene Situation und für die späte Information verantwortlich zeichnet. Vettermann, derzeit ortsabwesend, war erst am 23. Januar von den gestiegenen Kosten in Kenntnis gesetzt worden. Die Mitglieder des Finanz- und Liegenschaftsausschusses sowie des Bau- und Verkehrsausschusses wurden über den Sachverhalt informiert.



Mathias Merz
Leiter Presse- und Oberbürgermeisterbüro/ Pressesprecher

. Die Aushubarbeiten für den Tunnelbau neben der Innenstadt von Zwickau haben begonnen.Foto: Stiegler

nach oben

Bundesstraße 93 verschwindet neben der Zwickauer Innenstadt für 30 Millionen Euro über 400 Meter unter die Erde


ZWICKAU, am 9. November 2006 – Mit der Grundsteinlegung für einen vierspurigen Straßentunnel neben der Zwickauer Innenstadt begann gestern die letzte Etappe beim Bau der Bundesstraße B93. Eine illustre Baubrigade schwang die Maurerkellen, um die Hülse mit Tageszeitung, Bauplänen und aktuellen Münzen im Fundament zu versenken. Oberbürgermeister Dietmar Vettermann, Sachsen Umweltminister Stanilaw Tillich, Regierungspräsident Karl Noltze zeigten sich froh über den Baubeginn an einer der letzten Engstellen der Bundesstraße.
Vierspurig kommt die Straße von Norden aus der Leipziger Richtung bis zur Mauritiusbrücke in Zwickau, dann wird’s eng, auf zwei Spuren quält sich der Lindwurm die 800 Meter neben der Innenstadt vorbei bis zur Glück-auf-Brücke um sich dann wieder auf vier Spuren in Richtung Schneeberg zu entspannen.
Viele Jahre war die Engstelle neben der Zwickauer Innenstadt ein Ärgernis, die Kraftfahrer schimpften unter den Dauerstau, die Anwohner litten unter Lärm und Abgasen und die Muldenpromenade war von der Innenstadt durch die viel befahrene Verkehrsader getrennt. Täglich werden hier über 20.000 Kraftfahrzeuge gezählt. Die Verkehrsader verbindet das Erzgebirge um Schneeberg, Aue, Schwarzenberg und bis nach Karlsbad in der Tschechei mit Westsachsen und damit auch mit Volkswagen Mosel. Die Volkswagen AG war es auch, die den meisten Druck gemacht hat, damit das Endlosvorhaben nun endlich fertig wird. Umweltminister Stanislaw Tillich: „Es ist übrigens das Bauwerk wo Verkehrsprobleme und Hochwasserschutz aufs Engste miteinander verbunden werden.“ Der Tunnel wird nach seiner Fertigstellung nicht nur Deckel über die Straße sein, sondern auch gleichzeitig als Damm gegen künftige Hochwasser wirken. Die Landestalsperrenverwaltung gibt deshalb 4,9 Millionen Euro zum Bau dazu. 1954 war der Muldendamm gebrochen und in der Zwickauer Innenstadt stand das Wasser drei Meter hoch.

Maurerbrigade Vettermann-Tillich beim Grundsteinlegen



Oberbürgermeister Dietmar Vettermann feiert das Datum nun auch als Sieg. Während für den 30 Millionen teuren Bau vom Freistaat Sachsen seit Jahren die Ampeln mit 90 Prozent Förderung auf grün standen, waren es im wesentlichen Zwickauer selber, die Querelen machten. Meist ging der Streit um den Eigenanteil an den Kosten, die eine Reihe von Stadträten aus verschiedenen Fraktionen lieber für Schulsanierung einsetzen wollten. Lange Zeit stand deshalb das Projekt auf der Kippe. Noch im August 2004 wollten die Stadträte der PDS und der AG Zwickau mit einem Antrag im Stadtrat den Tunnelbau stoppen. Mit 22 Stimmen der SPD und der CDU gegen 22 der PDS und der AG Zwickau stand es patt. Was hieß: Es geht weiter. Nun hat der Streit ein Ende und Vettermann hofft: „Es wird sein wie so oft, wenn der Bau fertig ist und alle sich darüber freuen, will keiner jemals dagegen gewesen sein.“ Bis dahin sollen auf dem Tunnel dann auch Bänke stehen, Wege zum Wandern und Spazieren an der Mulde einladen.
Theo Stiegler


Pressemitteilungen
SMUL - SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDWIRTSCHAFT
08.11.2006 10:12

Umwelt | Wirtschaft


Zwickau soll künftig vor Jahrhunderthochwasser geschützt werden
Tillich: „Zwickau gewinnt durch Deichneubau mehr Sicherheit“


Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich hat heute (Mittwoch, 8. November) den Grundstein für den Bau eines stabilen Deiches an der Zwickauer Mulde gelegt. „Damit gewinnt Zwickau ein großes Stück mehr an Sicherheit“, so der Minister. Ziel sei es, die Stadt bei der Hochwasservorsorge zukunftssicher zu machen. Durch neu angelegte Wirtschaftswege und die abgeflachte wasserseitige Deichböschung werde der Deich besser zu bewirtschaften sein.

„Mit dem Deichneubau wird die Lücke der Bundesstraße B 93 geschlossen“, so Verkehrsminister Thomas Jurk. Das bringe eine Entlastung für die Anwohner im Stadtgebiet Zwickau.

Die Gesamtkosten betragen 33,6 Millionen Euro. Davon gibt der Freistaat für den Hochwasserschutz 4,8 Millionen Euro aus. Nächstes Jahr im November soll der Bau fertig gestellt sein. Nach dem sächsischen Hochwasserschutz-Investitionsprogramm werden in Zwickau weitere Deiche saniert und neugebaut. Dafür stellt Sachsen insgesamt 9,55 Millionen Euro zur Verfügung. Zuletzt war Zwickau durch die Mulde 1954 weitgehend überschwemmt. Die dann erbauten Deiche konnten die Stadt zwar 2002 vor dem Hochwasser schützen, waren aber danach in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt
Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Chemnitz

Neunzig Prozent Förderung für „Herzensangelegenheit“
RP Chemnitz fördert B 93-Lückenschluss in Zwickau mit 19,74 Mio. € - Landestalsperrenverwaltung gibt 4,17 Mio. € dazu
Mit der heutigen Grundsteinlegung für den ca. 780 Meter langen Lückenschluss zwischen Glück-Auf-Brücke und Mauritiusbrücke in Zwickau, die auf 380 Metern Länge als Tunnel ausgeführt, vierspurig ausgebaut und in die beiderseits vorhandenen, bereits modernisierten Trassenteile integriert wird, endet heute eine fast neunjährige Planungsphase.
An diesen langen Weg, der mit dem heutigen Tag endet und gleichzeitig in neuer Qualität fortgesetzt wird, erinnerte auch Regierungspräsident Karl Noltze, wenn er anmerkt: „Oft liegen einem ja Projekte, die nicht eben einfach auf den Weg zu bringen waren, ganz besonders am Herzen. So gesehen kann ich von mir ehrlichen Gewissens behaupten, dass der Lückenschluss der Bundesstraße B 93 hier in Zwickau, dass mir diese Tunnellösung, für welche wir heute die Grundsteinlegung feiern dürfen, schon seit längerem eine Herzensangelegenheit ist.“
Die herausragende Bedeutung dieser Baumaßnahme für die Stadt Zwickau und deren Umland ergibt sich aus den zwei zentralen Zielstellungen: So soll eine durchgängig hohe Leistungsfähigkeit dieser wichtigen Verbindungstrasse hergestellt und diese in ihrem gesamten innerstädtischen Verlauf an moderne Verkehrsanforderungen angepasst werden. Die Bundesstraße B 93 ist bekanntlich die wichtigste Verbindungstrasse zwischen den Bundesautobahnen A 4 und A 72 und damit zugleich zwischen dem Raum Erzgebirge/Vogtland einerseits und der mitteldeutschen Region um Leipzig und Halle andererseits. Zudem nimmt die B 93 auch zentrale innerörtliche Verbindungs- und Zubringerfunktionen in Zwickau wahr. Den daraus resultierenden hohen verkehrlichen Anforderungen und Belastungen konnte die „alte“ B 93 schon seit längerem nicht mehr gerecht werden, sie war regelmäßig völlig überlastet.
Die Kosten, die für diesen Lückenschluss aufgewendet werden müssen, sind beträchtlich, werden aber durch die positiven Effekte eines leistungsfähigen, dann durchgängig vierspurigen Ausbaus legitimiert. Bei Gesamtkosten von 29 Mio. € werden die zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von 21,7 Mio. € zu einem – heutzutage durchaus nicht selbstverständlichen – Anteil von 90% gefördert. Dies entspricht dem stolzen Betrag von über 19,7 Mio. €, der durch das Regierungspräsidium Chemnitz aus Mitteln auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes sowie aus Mitteln des Freistaates Sachsen bewilligt werden konnte.
Hinzu kommen weitere rund 4,2 Mio. €, welche durch die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen für die Realisierung der Hochwasserschutz-Komponente dieser dualen Maßnahme bereitgestellt werden.
Regierungspräsident Karl Noltze äußerte sich im Vorfeld der heutigen Grundsteinlegung zu den positiven Folgen der heute beginnenden Baumaßnahme: „Mit der Realisierung dieses letzten Bauabschnitts kann die Bundesstraße B 93 ihrer Funktion als Rückgrat des Hauptstraßennetzes der Stadt Zwickau dann endlich vollauf gerecht werden. Die derzeitige, völlig unbefriedigende Situation auf diesem bisher nicht ausgebauten innerstädtischen Abschnitt wird einer sehr soliden und zukunftsorientierten Lösung zugeführt. Zugleich wird eine merkliche Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes die Folge sein, wodurch auch die Wohnqualität in der bislang erheblich mit Lärm und Abgasen belasteten Wohnbebauung des Zwickauer Stadtzentrums spürbar steigen wird. Schließlich wird auch die in und um Zwickau ansässige Wirtschaft, werden Industrie, Handwerk und Gewerbe deutlich von kürzeren Transport- und Lieferzeiten profitieren.“

Olaf Weiß - Regierungspräsidium Chemnitz
Pressesprecher

Fahrbahn unter dem Niveau der Zwickauer Mulde - Tunnel soll gleichzeitig als Hochwasserschutzwall dienen


Zwickau im September 2006 - Nachdem die Bundesstraße B93 1994 als vierspurige Autobahn zwischen der Autobahn A 4 bei Meerane und der Mulde in Zwickau fertiggestellt wurde, das war damals die Forderung von Volkswagen und die Bedingung für den Bau des Volkswagenwerkes bei Mosel, begann jetzt im September ein letztes Kapitel für den Bau der B93 in der Stadt Zwickau: Der Bau des Tunnels, der die Innenstadt von Zwickau vor Lärm und Abgasen schützen soll. Gleichzeitig wird mit dem Tunnel ein Wall gegen die Hochwasser der Zwickauer Mulde entstehen. Last not least - mit der Überdeckelung der Bundesstraße neben der Innenstadt erhalten die Zwickauer den verkehrsfreien Zugang von der Innenstadt zur Mulde mit Parkanlagen, Radweg und eventuellen Badestrand, einen solchen hatte es im 19. und 20. Jahrhundert schon gegeben: Dort wo jetzt die Tunnelbaustelle zu sehen ist, stand früher der "Badegarten". Der Tunnel wird knapp 500 Meter lang. Er beginnt an der Paradiesbrücke und endet vorm Schloss Osterstein. Mit den Rampen, die den Verkehr auf das Niveau von 7 Metern unter der jetzigen Straße bringen, wird das Bauwerk insgesamt 780 Meter umfassen. Peter Zimmermann vom Tiefbauamt sieht mit dem Tunnel auch den bisher besten Schutz für die Stadt Zwickau gegen Hochwasser entstehen. Dass der Tunnel selbst irgendwann absäuft sehen die Bauleute als unwahrscheinlich an. "Das Wasser müsste dann einen Meter über den höchsten bisher bekannten Pegel der Mulde ansteigen", sagt Hagen Geier von der Bauverwaltung.
Die Geschichte des Tunnelbaus ist turbulent: Nachdem 1994 die Steuerung des Baus der Verkehrsinfrastruktur aus den Händen von Volkswage an die kommunale und die Landespolitik geraten war, begann ein Spielchen mit zahlreichen Varianten und Spekulationen. Nebenbei gab es viele verquatschte Gelegenheiten zum Bau des Tunnels, Interessen verschiedener Bauträger führten zu endlosen Einsprüchen und Klagen über Vergaben, die letzte noch im Sommer diesen Jahres.
Die Bundesstraße B93 hat neben der Verbindung zwischen Autobahn A4 und Volkswagen Sachsen überregionale Bedeutung. Sie stellt die Verbindung zwischen den Großraum Leipzig und der Tschechei her. Sie führt von Leipzig über das thürigische Altenburg und Zwickau ins Erzgebirge, wo sie die Regionen um Schneeberg, Schwarzenberg und Eibenstock ins Böhmische. Städte wie Karlsbad und Chomotau sollten über die Trasse, die jetzt eher eine Hindernissstrecke ist, schnell erreichbar sein.

Das Modell zeigt die Mulde, die künftig durch Parkanlagen mit der Innenstadt von Zwickau verbunden wird. Die jetzt noch als Trennung zwischen Stadt und Muldenufer verlaufende Bundesstraße B93 verschwindet unter einem Deckel in einem Tunnel.

Noch schlenkert der Verkehr vor dem Schloss Osterstein in einer engen S-Kurve, um dann knapp an der Innenstadt vorbeizuziehen. .

Mail to Stiegler




Besuche Biomüll counter
Besuche DerZwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage