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Motorrad PER als ein Stück Zwickauer Technikgeschichte - Motorrad wurde 1925 bei Friemann & Wolf gebaut

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Zwickauer Automobilmuseum zeigt äußerst seltenes Stück Motorradgeschichte, made by Zwickau


ZWICKAU – Michael Lehmann aus Mülsen liebt das Besondere. Noch im jungen Alter von 18 Jahren, als andere Jungen von einer 350iger Jawa oder auch von einer 750iger BMW oder einer Kawasaki träumten, kaufte er im Jahr 1980 dem Baumeister Beck aus Stenn eine PER, Baujahr 1925, ab. Für Beck war das Motorrad über viele Jahre ein treuer Begleiter gewesen, hatte Urlaubsfahrten und Ausflüge überstanden.
Mit dem Motorrad erwarb der Liebhaber Lehmann etwas Besonderes und vor allem ein seltenes Stück Motorradgeschichte.
Die PER mit 350iger Zweitaktmotor ist ein äußerst seltenes Oldtimerstück, das seit gestern im Zwickauer Automobilmuseum August Horch zu sehen ist. Entwickelt und konstruiert von dem Ingenieur Kurt Passow wurden wenige Motorräder dieses Typs bei Friemann & Wolf in Zwickau gebaut. Die meisten Zwickauer verbinden mit dem Namen Friemann & Wolf eher die Grubenlampe. Der Zwickauer Erfinder der Grubenlampe Carl Wolf hatte seit 1885 äußerst erfolgreich Grubenlampen für den Bergbau in Zwickau produziert.
Die neu aufgenommene Motorradproduktion Mitte der Zwanziger Jahre dagegen erwies sich als Flop, eigentlich schade. Denn das Motorrad, das der Liebhaber Lehmann sorgsam bewahrte, zeigt viele interessante Details, die weniger die Rennsportfans aber vielmehr die Freunde eines gepflegten Motorrollers begeistern dürften. Allerdings hatte die geniale Konstruktion anstelle einer bei Motorrollern üblichen Verkleidung bereits eine selbst tragende Karosserie. Mit Trittbrettern, elegant verkleideten Motor und Getriebe, mit Riementrieb und Karbidlampe war die Konstruktion eher etwas für Familien. Auch die gepolsterten Sitze mit angedeuteter Lehne machen das Gefährt eher praktisch und familientauglich, als die Maschine für den Nürburgring zu empfehlen. Ein kurioses Detail unter den vielen bemerkenswerten Besonderheiten ist der abnehmbare Tank: Sehr praktisch in einer Zeit, wo es noch üblich war, den Sprit in Apotheken oder Drogerien zu kaufen.
Fein restauriert, die Bemalung der Karosserie wurde original wieder sichtbar gemacht, zeigt das Motorrad nun eine bisher wenig bekannte Facette aus der Produktion von Motorfahrzeugen in der Muldestadt.
Michael Lehmann hat das Motorrad nun als Dauerleihgabe dem Zwickauer Automobilmuseum zur Verfügung gestellt. Dort hat die Maschine nun einen Ehrenplatz.
Theo Stiegler

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