Galerie Lindenau stellt Kopien von über 70 Meisterwerken der Malerei im Holiday Inn Zwickau aus

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Willi Richter führt im Namen der Galerie Lindenau durch die Ausstellung (täglich 14 und 17 Uhr). Richter steckt voller Geschichten über Malerei, über dargestellte Szenen aus der Antike, der Zeit der großen holländischen und italienischen Maler der Renaissance bis hin zu den Impressionisten. Sein eigentliches Thema aber ist die Kopie großer Meisterwerke, das pflegt er von der Farbmischung nach Rezepten aus der Entstehungsgeschichte der Bilder bis zum Pinselstrich der Meister.


Während ihm El Creco über die Schulter schaut, nimmt der Kunstkenner die Szene in Vermeers "Musikstunde" auseinander. Keine Idylle, sondern eine Szene mit einem ausgekochten Luder hat der Hollnder gemalt. "Die Dame rechts ist die Kupplerin, die gerade ein Mädchen an einen Freier verkuppelt."





Nanu, wie kommt denn Johannes Paul der II. in das Bild "Die Verkündigung", die Fra Angelico doch schon 1448 gemalt hat? Willi Richter hat eine komplette Fälscherwerkstatt im Holiday Inn aufgebaut und erläutert Techniken und Materialien der Kunstfälscher.



Geheimnisvoll lächelt Leonardo da Vincis "Mona Lisa" im Foyer des Hotels. Die Kopie selbst ist auch schon wieder ein Meisterwerk, bis zum 30. September verführt die Tugenhafte Schönheit zum Staunen.

Monets "Camille im japanischen Kostüm" empfängt die Gäste gleich hinter dem Eingang. Der Charmeur Richter umschmeichelt die Hoteldirektorin: "Als Monet das Bild gemalt hat, wusste er, einmal wird die Hotelchefin in Zwickau genau so aussehen, wie Camille. Das ist erstaunlich, wie gut sie getroffen sind, das Bild entstand schließlich vor 100 Jahren." Fotos: Stiegler

Zwickau präsentiert sich als Mekka der Kunstliebhaber – 70 berühmte Werke der Malerei, so gut gefälscht, dass sie wieder "echt" sind


Geheimnisvoll wie im Louvre lächelt die „Mona Lisa“ und Claude Monet ist mit Frau und Sohn „Beim Mittagsmahl“ zu bestaunen



ZWICKAU - 19. September 2007 – Die Reise führt rund um die Welt: Bilder aus den berühmtesten Museen der Erde sind für eine Woche im Zwickauer Holiday Inn zu bestaunen.
Isabelle Heidegger vom Lindenau Museum am Bodensee reist mit den Schätzen ihrer Galerie durch Deutschland. Da lächelt die „Mona Lisa“ geheimnisvoll am Treppenaufgang des Hotels und beim Brunch im Restaurant kann man sich in Vincent van Goghs „Sonnenblumen“ verlieben.

„Wollte jemand die ausgestellten Bilder im Original sehen, er müsste vom Louvre in Paris, über Eremitage, in Leningrad zu Phillips Collection Washington und dem The Art Institute of Chicago weiter in die Albertina in Wien, nach Tokio und Berlin reisen.“
Na ja, man hat Fälschungen im Gepäck, die Originale der ausgestellten Werke kosten heute gut und gern 2,5 Milliarden Euro, da würde das Holiday Inn wohl nicht genug Sicherheit bieten.

Auch der Louvre bietet den Besucher nur den Blick auf eine Kopie des Meisterwerkes

Heidegger: „Aber auch der Louvre zeigt heute in der Ausstellung nur noch eine Kopie der ‚Mona Lisa’, das Original ist seit der Säureattacke vor ein paar Jahren im Safe verschwunden.
Aber „die ausgestellten Bilder sind perfekte Kopien“, sagt Willi Richter. Richter ist Experte für Malerei. Eigentlich Wirtschaftsmanager von Beruf, hat sich der heutige Pensionär mit Leib und Seele der Kunst verschrieben und wurde ob seiner Fertigkeit aus schon als "Fälscherkönig" gerühmt. Seriös natürlich. Übrigens außer Dient, was den Pinsel angeht.
Zweimal am Tag führt Richter nun durch die Sammlung. Dabei ist sein Wissen unerschöpflich. Zuerst ein Blick in die Fälscherwerkstatt. Farbpigmente von der fein gemahlenen Holzkohle über Kreide bis hin zu den verschiedensten Metalloxiden. Maler der Zeit des Leonardo da Vinci mussten ihre Farbe selber mischen, Fälscher müssen dies auch.

Was ein Fälscher alles wissen muss

Willi Richter hat eine kleine Werkstatt im Foyer aufgebaut und demonstriert das Handwerk. „Was er denn von den vielen Bildern selber gefälscht habe, wird er gefragt.“
Natürlich wird das nicht verraten, aber die Seriosität erfordert für eine perfekte Kopie Abweichungen und Kennzeichnung: Die von Gustav Klimt ausgestellten „Wasserschlangen“ wurden für Ausstellungszwecke im Maßstab 2:1 gemalt. Aber: Der Eindruck des opulenten Kunstwerkes in Gold und hellen Farben überwältigt den Besucher auch so. Richter kann sich am Ende doch nicht ganz hinter seiner Miene verstecken: Monet hat es ihm besonders angetan und facettenreich erklärt der Fälscher die Bilder seines Favoriten: „Camille im japanischen Kostüm“, „Impression, soleil levant“,
„Das Mittagsmahl“ „Der Seerosenteich“ und spannt den Bogen zu anderen Werken dieser Epoche. Richter gipfelt in der Erkenntnis: Der Impressionismus wurde nach Monets Bild „Impression, soleil levant“ benannt.
Zur Weltreise kommt die Zeitreise: Von der „Pariserin“ aus dem Minoischen Knossos der Antike reichen die Bilder bis in die Neuzeit: Allerdings: „Einen Picasso wird man hier vergeblich suchen“, sagt die Galeristin. 70 Jahre nach dem Lebensende erlicht das Urheberrecht. Wer Picasso heute kopieren möchte: Bitteschön für 150000 US-Dollar kann man das Recht bei den Erben bekommen.

Kulinarisches a la Monet nach dem Rezeptbuch des Meisters


Das Hotel weiß was man der berühmten Sammlung schuldig ist: Eine andere Leidenschaft Monets kommt zu ihrem Recht:
„Die Mahlzeiten spielten eine wesentliche Rolle in Monets Leben und strukturierten den strengen Arbeitstag von der Dämmerung morgens bis zum Sonnenuntergang abends“, sagt Richter. Monet Rezepte gesammelt.
Diese Rezeptsammlung ist heute noch im Besitz der Familie Monet.
„Wir haben einige der schönsten Rezepte ausgewählt und zelebrieren sie täglich während der Ausstellung mit der Gastronomie des Holiday Inn Zwickau“, verspricht Isabell Heidegger über den Kunstgenuss hinausgehende Erlebnisse beim Besuch der Ausstellung, die bis zum 30.September im Zwickauer Holiday Inn zu bestaunen ist. Die Präsentation ist täglich von11 bis 19 Uhr geöffnet. Fachkundige Führungen sind täglich um 14 und 17 Uhr. Der Eintritt sowie die Führung sind kostenfrei.
Theo Stiegler


Monets "Frühstück im Grünen" schmückt zur Zeit das Foyer des Holiday Inn in Zwickau.

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