Am 16. Juli 1909 gründete August Horch sein zweites Automobilunternehmen in Zwickau - 100 Jahre Audi

siehe auch Automobilmuseum August Horch und 100 Jahre Automobile aus Zwickau oder Odyssee eines Horch 480 oder Horchwerke unter der Militärkommandantur oder - zur offiziellen Museumsseite - Karosseriebauer Kurt Berge, 100 Jahre alt und 50 Jahre Karosseriebauer bei Gläser, besucht das Museum - Alle Auto Union Silberpfeile anlässlich 75 Jahre Auto Union im Automobilmuseum - 75 Jahre Frontantriebe aus Zwickau
- siehe auch Ausstellung "Horch ein Audi" und weitere Termine im Automobilmuseum "August Horch"
- 50 Jahre Trabant
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Seit der Gründung der Auto Union am 29. Juni 1932 sind die vier verschlungenen Ringe für die vier Marken Audi, Horch, DKW und Wanderer gebräuchlich.


Die "1" stand viele Jahre als Emblem für Audi -
der Alpensieger von 1914 als Replik im Automobilmuseum
foto: Stiegler

Am 16. Juli 1909 gründete August Horch sein zweites Automobilunternehmen in Zwickau - 100 Jahre Audi

Am Anfang stand ein Rausschmiss und die Not, einen neuen Namen zu finden




ZWICKAU, im Juli 2009 – Intrigen in den Chefetagen von Automobilunternehmen sind keine Erfindung der Neuzeit: August Horch, der 1904 in Zwickau die Firma August Horch & Cie. Automobilbau AG gegründet hatte, wurde bereits fünf Jahre später auf schäbige Art und Weise vom kaufmännischen Management aus der eigenen Firma ausgebotet. Ein, zwei Misserfolge im Automobilrennsport wurden dem genialen Techniker und weniger peniblen Wirtschaftsmanager angekreidet. Aus Sicht der Kaufleute zu hohe Löhne und großzügige Lagerbestände im Zwickauer Werk bildeten den Ausschlag: Rausschmiss!
Mit 20.000 Reichsmark Abfindung stand der kreative Automobilkonstrukteur auf der Straße.
Umgehend gründete der Unternehmer Horch mit Hilfe befreundeter Unternehmer eine weitere Automobilfabrik in Zwickau. Das war am 16. Juli 1909 – 100 Jahre Audi. Allerdings: Horch verlor den Prozess um die eigenen Namensrechte, er durfte die neue Firma nicht Horch nennen. Wie der Name Audi entstand, darüber berichtet Horch in seinem Mamoiren „Ich baute Autos“:

Im Wohnzimmer des mit Horch befreundeten Baukeramikproduzenten und Geldgebers Franz Fikentscher in Zwickau wurde endlos nach einem neuen Namen gesucht. Der 10 Jahre alte Sohn, zweiter von links, der Familie Fikentscher, Heinrich, saß im April 1910 mit seinen Lateinaufgaben im Nachbarzimmer und hörte die Namenssuche der ratlosen Männeriege mit an. Der Gymnasiast rutschte auf seinem Stuhl hin und her, bis es endlich aus ihm herausplatzte: „Horch, das heißt auf lateinisch audi!“ Foto Archiv: Audi


Eine Begebenheit, die zur Namensgebung einer der erfolgreichsten Marken der Automobilhistorie führte. Wenn die Stadt Zwickau und das Unternehmen Audi diese Woche in Zwickau die 100jährige Firmengeschichte feiern, liegen 100 Jahre Entwicklung hinter dem Unternehmen. Mal hoch, mal tief im Erfolg des Unternehmens zeigt sich Audi heute, 2009, als eine der erfolgreichsten Premiummarken.
1909 August Horch ging umgehend mit der neuen Firmengründung daran, seine Ziele „ich will beste Autos aus bestem Material bauen“, unter neuem Vorzeichen zu verwirklichen.
Audi 22/55 PS Phaeton aus dem Jahr 1913










Schon im Jahr 1910 verkaufte „Audi“ die ersten von August Horch neu entwickelten Autos aus der soeben gegründeten Fabrikation. In den Hallen der damaligen Firma Audi befindet sich heute das Automobilmuseum „August Horch“.
1912 trat Audi mit einem Paukenschlag wieder in Europa auf: Bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt, der damals schwersten Leistungsprüfung für Automobile, gewannen die Audi-Wagen aus Zwickau die Rundfahrt als „Alpensieger“. Die Mannschaft um August Horch stellte auch in den Folgejahren das Siegerauto. In den Höhepunkt, dem Sieg der Alpenrundfahrt im Jahr 1914, platzte die Nachricht vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges.
Krieg und Inflation bedeuteten für alle deutschen Automobilfabriken einen ständigen Kampf ums Überleben. Trotzdem kam es bei Audi zu Innovationen, die heute als Selbstverständlichkeit für das gesamte Automobilwesen hingenommen werden, so stammt aus dem Hause „Audi“ die Linkslenkung. Seit 1923 ist das Lenkrad im Audiautomobil auf der linken Seite zu finden. 1926 entstand der erste Sechszylindermotor, dem man höchste Zuverlässigkeit und Laufruhe bescheinigte.
Als in der Weltwirtschaftskrise nach 1928 alle deutschen Automobilfirmen ins Schlingern gerieten, kaufte der Däne Jörgen Skafte Rasmussen die Firma Audi zu seinem unter dem Namen DKW bekannten Unternehmen hinzu. Mit Rasmussen kamen neue Konzepte nach Zwickau: Der in den zwanziger Jahren größte Motorradproduzent Rasmussen, - DKW-Motorräder aus Zschopau -, setzte Anfang der Dreißiger aufs Auto fürs Volk. Frontantrieb, Zweitaktmotor, ein Dach überm Kopf für vier Personen, 1930 entstand in Zwickau bei Audi in der noch zwei Mann starken Entwicklungsabteilung der DKW F1. Eine der erfolgreichsten Kleinwagenserien der Dreißiger Jahre. Auch der später in Zwickau gebaute Trabant hat seine Wurzeln in dieser Serie. Die DKW Frontwagen zählten zu den am meisten verkauften Kleinwagen in Deutschland: Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Viertelmillion Kleinwagen aus Zwickau verkauft.
Trotzdem, die Krise zwang die Sächsische Automobilindustrie zu neuen Wegen.


Im Juni 1932 (29.6.1932) wurde aus den Marken Horch, Audi, DKW und Wanderer die Auto-Union gegründet. Als Markenzeichen des Firmenverbundes entstanden die bekannten „Vier ineinander verschlungenen Ringe“, diese zieren noch heute die Audi-Autos aus Ingolstadt. Im Vordergrund der Audi Front. Foto:stiegler
.


Vom Kleinwagen der DKW-Sparte bis zur Luxusklasse der Horchlimousinen und Cabrios: Die Auto Union war eines der erfolgreichsten deutschen Automobilunternehmen in Deutschland und Europa.
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Führende Mitarbeiter der Auto Union AG waren inzwischen nach
Bayern gegangen, wo sie in Ingolstadt eine neue Heimat fanden.
Am 3. September 1949 wurde in Ingolstadt mit der Auto Union GmbH eine neue Gesellschaft gegründet - die Vier Ringe und wesentliches Firmen-know-how blieben erhalten.
In alten Kasernengebäuden, die es in der alten Garnisonsstadt Ingolstadt reichlich gab, entstand eine neue PKW- und Motorradproduktion.
Wechselnde Eigentümer, neu hinzugekommene Firmen wie NSU: Eines blieb der Firma Audi ganz in der Tradition der Zwickauer Anfänge bis heute erhalten: Vorreiter auf dem Gebiet technischer Innovationen zu sein. Immer ein Mittelpunkt der Audi-Fahrzeuge: Fahrwerkskultur und Fahrsicherheit. Wie in den Dreißigern der Frontantrieb wurde in den Achtzigern der Allradantrieb bei Audi entscheidend vorangetrieben: „Vorsprung durch Technik“ als Werbeslogan geboren in den Achtzigern führt letztendlich die von August Horch begründete Philosophie aus den Anfangsjahren des Automobilbaus in Sachsen fort.

Theo Stiegler

SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
22.07.2009

Wirtschaft | Termine/Einladungen

„Horch – ein Audi“


Wirtschaftsminister Thomas Jurk bei Audi-Geburtstagsfeier in Zwickau




Zwickau, 2009. Er ist ein Siegertyp, der Audi R 8. Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD) klemmte sich am Sonnabend (25.07.2009) hinter das Steuer des Rennwagens R8 LMS, dabei ging es nicht um Spitzengeschwindigkeiten, sondern mehr um die stattliche Erscheinung. Jurk reihte sich ein in die Fahrzeugdemo anlässlich des Audi-Geburtstagsfestes in Zwickau, die um 10 Uhr am Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau startete.

„Die Wiege von Audi steht in Zwickau“, so Minister Thomas Jurk (SPD). „Ich finde es toll, wenn die Zwickauer ‚ihr Kind’ mit einem Volksfest feiern." Für ihn sei es ein Herzensbedürfnis, dabei zu sein. „Nicht nur weil ich Audi persönlich sehr schätze, sondern auch, weil mit Horch vor 100 Jahren in Zwickau der Grundstock für das heute sehr erfolgreiche Autoland Sachsen gelegt wurde. VW, BMW, Porsche sind hier, zudem viele innovative erfolgreiche Zulieferer. Jeder einzelne ein überzeugendes Argument, sollte das Unternehmen darüber nachdenken, an seinen Ursprung zurückzukehren. Ich würde mir es wünschen und bin jederzeit zu Gesprächen bereit."

„Horch, ein Audi!“ ist der Titel einer Sonderausstellung, die am Sonnabend, 25. Juli 2009 bereits 9.30 Uhr, im August-Horch-Museum in Zwickau eröffnet wurde.

Der Automobilbau ist eine der wichtigsten Industriebranchen im Freistaat, 12 Prozent aller Industriebeschäftigten arbeiten in diesem Bereich. Neben VW, Porsche und BMW sowie dem Nutzfahrzeughersteller NEOPLAN prägen rund 750 Zulieferer, Dienstleister und Ausrüster das Autoland Sachsen. Von rund 70.000 Arbeitnehmern sind etwa 60.000 in der Zulieferindustrie beschäftigt. Die sächsische Automobilindustrie erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von ca. 12 Mrd. Euro.

Pressesprecherin Lea Mock: mailto:lea.mock@smwa.sachsen.de
Presse-Information Automobilmuseum August-Horch

Zwickau, 24. Juli 2009

HORCH – EIN AUDI !
- August Horch Museum eröffnet neue Sonderausstellung im Rahmen des 100jährigen Audi-Jubiläums
- Bis zum Jahresende (2009) sind die ältesten Audiwagen der Welt zu erleben

Im Rahmen des offiziellen Festaktes, der am 24. Juli 2009 um 19 Uhr im Festzelt des Zwickauer August Horch Museums stattfindet und zu welchem u.a. der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG Rupert Stadler, und der Sächsische Landtagspräsident Erich Iltgen kamen, wurde die Sonderausstellung „Horch – ein Audi!“ feierlich eröffnet. Sie wart bis Ende2009 im Museum zu bestaunen.

Bei der A. Horch & Cie. Motorenwerke AG, die August Horch 1904 in Zwickau gegründet hatte, kommt es im Jahre 1909 zu Unstimmigkeiten im Vorstand und Aufsichtsrat, in deren Verlauf August Horch das Unternehmen an der Crimmitschauer Straße verlässt. Binnen kürzester Zeit gelingt es ihm so viel Kapital aufzubringen, dass er schon nach wenigen Wochen eine neue Firma gründen kann. Am 16. Juli 1909 wird die neue Firma unter dem Namen „August Horch Automobilwerke GmbH“ ins Zwickauer Handelsregister eingetragen. Als seine alte Firma gegen die Verwendung des Namens wegen Verwechslungsgefahr vorging, musste die Firmierung geändert werden. Bei der Suche nach einem neuen Namen kommt der Sohn des Gesellschafters Franz Fikentscher auf die relativ einfache, aber doch geniale Idee, die Firma „Audi“ zu nennen – die lateinische Übersetzung von „Horch“. Am 25. April 1910 wird der neue Name der Firma „Audi Automobilwerke GmbH“ ins Zwickauer Handelsregister eingetragen.

Auch bei der neuen Firma bleibt August Horch seinem Leitmotiv treu: „Ich war unter allen Umständen bestrebt, nur starke und gute Wagen zu bauen.“ Die junge Marke etabliert sich in kürzester Zeit, in rascher Reihenfolge werden die Modelle Audi Typ A, Typ B, Typ C und Typ E auf den Markt gebracht. Auch der sportliche Erfolg bleibt nicht aus: Bei der damals härtesten Langstreckenfahrt, der österreichischen Alpenfahrt, gewinnt die Audi Mannschaft in den Jahren 1912, 1913 und 1914. Nach diesem Dreifacherfolg darf das Audi Team auch den heißbegehrten Wanderpokal mit nach Zwickau nehmen.

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise hatten sich die Automobilhersteller immer mehr verschuldet. Auf Betreiben der Sächsischen Staatsbank schlossen sich dann 1932 die sächsischen Kraftfahrzeughersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer unter dem Zeichen der vier ineinander verschlungenen Ringe zur Auto Union zusammen. Der ein Jahr später erschienene Audi Front symbolisierte das erste Fahrzeug, das die Technik aller dieser Marken vereinte: Er erhielt den Frontantrieb von DKW, den Motor von Wanderer und wurde ab 1934 bei Horch gebaut. Bedeutsam ist nicht zuletzt das erstmalige Verschmelzen des Vier-Ringe-Signets mit dem Namen Audi - ein Bild, das die Marke bis in unsere Tage prägt. Grundsätzlich erhielt in ihrer Zeit als zweitgrößter Automobilproduzent Deutschlands jede der vier Marken einen speziellen Absatzkanal zugeordnet: Audi bediente das gehobene Mittelklassesegment.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die alte Auto Union als Folge der deutschen Teilung und der Währungsreform 1948 liquidiert. Am 3. September 1949 schlug dann die Geburtsstunde der neuen Auto Union GmbH. Mit Sitz in Ingolstadt und einem großen Teil der ehemaligen Führungsmannschaft begann man zunächst, die Marke DKW zu reaktivieren. 1964 kaufte die Volkswagen AG das Werk in Ingolstadt vom vorübergehenden Eigentümer Daimler-Benz und ließ im weiteren Verlauf den Namen Audi wieder erstehen, übernahm aber das Logo der Auto Union– die vier Ringe – für die neue Marke. Den DKW-Fahrzeugen der Anfangszeit folgte 1965 ein neues Modell mit Viertaktmotor: Die Wiederauferstehung der Marke Audi war gelungen.

„Vorsprung durch Technik“: In diesem 1971 zum ersten Mal verwendeten Werbeslogan spiegelt sich das Selbstverständnis eines Unternehmens wider, das in der Geschichte des Automobilbaus Maßstäbe gesetzt hat. Die Marke Audi steht für zahlreiche technische Innovationen, wie die Verwendung von Aluminium als Werkstoff für das Kurbelgehäuse, die Entwicklung des Kardanantriebs und den Einsatz von hochfestem Stahl im Getriebebau. Innovationen wie diese reihen sich folgerichtig an solche aus den 20er Jahren, als Audi mit der Einführung der Linkslenkung, der ersten Vierradbremse mit hydraulischer Unterstützung und dem weltweit ersten Luftfilter damals schon seine hohe Innovationskraft und konsequente Zukunftsorientierung bewies. „Horch! Horch! Was sagt die Konkurrenz? Au, di schimpft!“ Man möchte ergänzen: „.. noch heute!“

Innerhalb der dieses Jahrhundertereignis würdigenden Sonderausstellung sind die folgenden Audi-Fahrzeuge der Anfangsjahre und inzwischen rare Einzelstücke bis Ende des Jahres zu bewundern:
a)
Audi 22/55 PS, Typ E Phaeton, 1913
Im Jahr 1911 wurde die neue Audi Modellreihe mit den Typen B 10/28 PS, C 14/35 PS, D 18/45 PS und E 22/55 PS vorgestellt. In die Serienfertigung ging der Typ E ab 1913. Mit einem Hubraum von 5,7 Litern war er mit dem größten Motor ausgestattet, der in der Zwickauer Audi Ära je gebaut wurde.

Die gesamte Baureihe B bis E zeichnete sich durch paarweise gegossene Vierzylindermotoren aus, deren Kurbelgehäuse ganz aus Leichtmetall gefertigt war. Die Triebwerke waren wechselgesteuert, wobei die Einlassventile über den Auslassventilen angeordnet waren. Gegenüber dem ersten Audi Typ A waren die Stößelstangen jetzt nach innen versetzt und gekapselt. Der Audi E wurde mit verschiedenen Radständen angeboten. Die Karosserien kamen dabei üblicherweise von verschiedenen Spezialbetrieben, da Audi keine eigene Karosseriefertigung hatte.

Das ausgestellte Exponat mit der Wagen-Nummer 347 und einer Tourenwagenkarosserie von Walther Grossenhain ist der zweitälteste bekannte Audi-Wagen. Er leistete jahrzehntelang als Lieferwagen einer Londoner Wäscherei seinen Dienst und ist heute im Besitz des Auto- und Technikmuseums in Sinsheim.
b)
Audi 22/55 PS, Typ E Phaeton, 1924
Nach dem ersten Weltkrieg wurde bei Audi die zivile Autoproduktion wieder aufgenommen. Man beschränkte sich dabei auf die auch vor 1914 gebautem Typen G, C und E, die einige Verbesserungen erhielten. So wurden die Wagen jetzt serienmäßig mit elektrischen Anlassern und Lichtanlagen ausgestattet. Der Mode entsprechend erhielten sie schnittige Spitzkühler und zeitgemäßere Karosserien. Eine Vierradbremse kam ab 1924 auch zum Einsatz.

Der ausgestellte Wagen ist aus der letzten Serie der E 22/55 PS-Baureihe und wurde mit einer offenen Tourenwagenkarosserie von Erdmann & Rossi, Berlin Halensee, versehen. Heute ist er im Besitz der Collection Schlumpf, Mühlhausen, Frankreich.
c)
Audi 19/100 PS, Typ R „Imperator“ Phaeton, 1929
Der Audi Typ R “Imperator” besaß den ersten Achtzylinder-Motor der Marke Audi und erreichte damit die symbolisch so wichtige Grenze von 100 PS.

Sein Konstrukteur Heinrich Schuh war 1926 neuer Chefkonstrukteur der Zwickauer Firma geworden und hatte seine erste Neukonstruktion vor allem unter dem Gesichtspunkt höherer Wirtschaftlichkeit geschaffen. Obwohl der Wagen größer und komfortabler als sein Vorgängertyp M war, betrugen seine Herstellungskosten nur die Hälfte von diesem!

Das Fahrzeug kam mit einem Dreiganggetriebe aus, was vor allem ein Zeugnis der unglaublichen Elastizität des Motors darstellt. Dessen günstigstes Drehmoment war bereits bei 1100 U/min. erreicht. Das Auto ließ sich so von 8 km/h im direkten Gang ruckfrei bis zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigen.

Der in der Sonderausstellung gezeigte Wagen ist weltweit das einzig erhalten gebliebene Exemplar dieses Typs. Die Karosserie wurde nach Originalplänen rekonstruiert. Es ist Eigentum der Audi AG.
d)
Audi 15/75 PS, Typ T „Dresden“ Pullmann-Limousine, 1931
1928 übernimmt Jörgen Skafte Rasmussen die Aktienmehrheit der Audi-Werke. Bereits im Jahr zuvor hatte er aus einer amerikanischen Konkursmasse die Baurechte und Produktionsanlagen für den sogenannten Rickenbacker-Motor erworben und in sein DKW Werk in Scharfenstein verlegen lassen. Mit den dort produzierten Motoren beabsichtigte er, andere Automobilfirmen zu beliefern.

Es lag daher nahe, diese Motoren auch in Automobile der Marke Audi einzubauen. 1929 erschien der Audi Typ SS mit einem Achtzylinder Rickenbacker Motor und im darauffolgenden Jahr der Audi Typ T mit einem Sechszylinder-Motor gleicher Bauart.

Mit seinen beiden blattgefederten Starrachsen und der hydraulischen Vierradbremse entsprach der Wagen dem Stand der damaligen Technik. Dennoch blieb der erwartete Erfolg aus. Technische Probleme des Motors machten den Wagen sehr unzuverlässig und schadeten dem guten Ruf der Audi Wagen. Nach Gründung der Auto Union wurden 1932 die letzten Modelle der Typreihe T verkauft., die noch im gleichen Jahr von der neuen Generation der Audi Front Wagen abgelöst wurde.

Der ausgestellte Wagen wurde vom ZeitHaus in der Autostadt Wolfsburg zur Verfügung gestellt.
e)
Audi 5/30 PS, Typ P Limousine, 1931
Jahrzehntelang galt dieses Automobil als verschollen. Man kannte es nur von Fotos, von den Berichten aus der Fachpresse zu Beginn der 1930er Jahre und von einem kleinen Farbprospekt im Archiv der Audi Tradition. Die Rede ist hier vom Typ P, der anlässlich der Berliner Automobilausstellung im Februar 1931 produziert wurde. Eine interessante und für die damalige Zeit der Weltwirtschaftskrise typische Entstehungsgeschichte ist mit dem Audi Typ P verbunden.

Jörgen Skafte Rasmussen, Gründer der Zschopauer Motorenwerke-DKW, hatte 1928 die Aktienmehrheit der Audi Werke AG erworben. Um auch solche Kunden bedienen zu können, die sich mit den DKW Zweitaktmotoren nicht anfreunden konnte, ließ Rasmussen kurzerhand in den DKW 4=8 anstelle des V4-Zweittaktmotors einen Vierzylinder-Viertaktmotor einbauen.

Der Motor stammte aus dem Peugeot 201. Dieser DKW mit Peugeot-Motor wurde dann als Audi auf den Markt gebracht. Damit hoffte man, Synergieeffekte nutzen zu können: Während sich dem DKW Werk in Berlin-Spandau eine höhere Auslastung bot, erfuhr die Marke Audi mit diesem preiswerten Modell eine den wirtschaftlich schlechten Zeiten angepasste Erweiterung der Produktpalette – und das ohne zusätzliche Entwicklungskosten.

Wie auch das Schwestermodell 4=8 besaß der Audi Typ P eine selbsttragende, mit Kunstleder bezogene Holzkarosserie, eine Bauweise, die bei DKW bis Anfang der 1940er Jahre weit verbreitet war.

Der hier gezeigte Wagen wurde 2003 in einer Scheune bei Ludwigsburg gefunden, stark restaurierungsbedürftig, aber weitgehen komplett und original. Die Papiere wiesen den Bürgermeister einer schwäbischen Gemeinde als letzten Besitzer aus, bevor der Wagen 1955 stillgelegt wurde und für fast ein halbes Jahrhundert in einen Dornröschenschlaf verfiel. Er ist heute Eigentum der Audi AG.
f)
Audi Front 8/40 PS, Typ UW, Vierfenster-Gläser-Kabriolett, 1934
Mit dem Zusammenschluss von Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union 1932 ergab sich
insbesondere für die Marke Audi das Problem der Marktsegementzuordnung. Sowohl Horch als auch Audi
hatten sich zuvor im Luxuxmarktsegment platziert, Horch jedoch mit einem ungleich größeren Erfolg. Da
innerhalb der Auto Union nur Platz für eine Luxusmarke war, stand von vornherein fest, dass dieses
Marktsegment der Marke Horch vorbehalten sein sollte.

Die Platzierung der Marke Audi erfolgte daher im gehobenen Mittelklassebereich. Hierzu wurde ein neues
Audi-Modell entwickelt, mit dem die Auto Union den bereits von DKW bekannten Frontantrieb nunmehr
auch im Bereich der Mittelklasse etablierte.

Um sich die Entwicklung eines neuen Motors zu sparen, kam der von Porsche entwickelte Zwei-Liter-
Sechszylinder-Reihenmotor des Wanderer W22 zum Einsatz, der um 180 Grad gedreht in das
Zentralkasten-Fahrgestell des Audi Front eingebaut wurde. In der Audi Typennomenklatur erhielt das
neue Modell die Buchstabenkennung ‚U’ mit dem Zusatz ‚W’ für Wanderer-Motor.

Ab Frühjahr 1935 kam eine leistungsgesteigerte und in vielen Bereichen überarbeitete Ausführung des
Audi-Front, jetzt mit dem 2,3 Liter Wanderer Sechszylindermotor (50 PS), auf den Markt. Dieser Typ 225
blieb bis 1938 im Modellprogramm der Auto Union.

Der ausgestellte Wagen wurde von der Audi AG zur Verfügung gestellt.

Erstmals wurde die Sonderausstellung auf die Dauerausstellung erweitert. In letztere eingebettet und mit besonderer Kennzeichnung versehen sind außerdem zu bewundern: Audi 10/28 PS, Typ B, 1911 • Vierzylindermotoren von Audi Typ E und Audi Typ K • Fahrgestell von Audi 18/70 PS Typ M • Audi Typ SS „Zwickau“ • Audi UW • Audi UW 8/40 PS • Audi Front 225 • Audi 920.


Das August Horch Museum ist jeweils Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen können telefonisch unter (0375) 27 17 38 12 bestellt werden.


August Horch Museum Zwickau GmbH

Tel. (0375) 27 17 38 0


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