Zwickauer Kunstsammlungen feiern zwei Monate lang ihr 100-Jähriges Bestehen

1914 als König-Albert-Museum vom Sächsischen König eingeweihtes Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte

- siehe auch Das Zwickauer Stadtarchiv - Termine in den städtischen Museen - „… Inn die Librareÿ zu Zwicka …“, Schätze aus 1200 Jahren Buchkunst
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Die Städtischen Kunstsammlungen Zwickau wurden am 23. April 2014 als König Albert Museum eingeweiht. Foto: Theo Stiegler

Zwickauer Kunstsammlungen feiern zwei Monate lang ihr 100-Jähriges Bestehen

1914 als König-Albert-Museum vom Sächsischen König eingeweihtes Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte


ZWICKAU, 7. März 2014 – Petra Lewey, die Leiterin der Zwickauer Kunstsammlungen ist eine gefragte Interviewpartnerin in diesen Tagen. Die Kunstsammlungen werden 100 Jahre alt. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Zwickauer viele wertvolle Sammlungen angehäuft. Lewey weiß: „Die Zwickauer Vereine hatten für einen repräsentativen Museumsbau gesammelt und 1911 war es so weit, ein Architekturwettbewerb sollte den Museumsbau seine Gestalt verleihen.“
100 Jahre Museum ist den Zwickauern heute eine Ausstellung zur Geschichte wert. Am 23. April 1914 wurde der Bau an der der Zwickauer Lessingstraße durch den Sächsischen König Friedrich Wilhelm den III. geweiht, damals startete die umfangreiche Sammlung unter dem Namen „König Albert Museum“.

Petra Lewey weiß: „Die Geschichte hat natürlich eine Vorgeschichte. Zwickau hatte in fünf Jahrhunderten viele einzelne Sammlungen angehäuft.“ Dazu zählen die städtische Gemäldesammlung, wertvolle Skulpturen von Peter Breuer und anderen Bildschnitzern aus der Region, die Mineraliensammlung, die von dem Bergdirektor Ernst Julius Richter 1868 der Stadt übereignet wurde und auch die Bestände der Ratsschulbibliothek, die mit Wurzeln im 15. Jahrhundert eine der ältesten wissenschaftlichen Bibliotheken Sachsens darstellt, gehörten von Anfang an zum Museum.











Petra Lewey weiß: „Die Geschichte hat natürlich eine Vorgeschichte. Zwickau hatte in fünf Jahrhunderten viele einzelne Sammlungen angehäuft.“ Dazu zählen die städtische Gemäldesammlung, wertvolle Skulpturen von Peter Breuer und anderen Bildschnitzern aus der Region, die Mineraliensammlung, die von dem Bergdirektor Ernst Julius Richter 1868 der Stadt übereignet wurde und auch die Bestände der Ratsschulbibliothek, die mit Wurzeln im 15. Jahrhundert eine der ältesten wissenschaftlichen Bibliotheken Sachsens darstellt, gehörten von Anfang an zum Museum. Auch das Erbe von Robert Schumann wurde damals in einer Ausstellung geehrt. Die Sammlung zu Robert Schumann hat seit 1958 ei n eigenes Gebäude in dem Haus am Markt, in dem Robert Schumann 1810 geboren wurde.
In den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts drückte der damalige Direktor Hildebrand Gurlitt dem Museum seinen Stempel auf. Neben einer strengen wissenschaftlichen Systematik der Sammlungen verdanken die Zwickauer Gurlitt auch den Stamm einer Sammlung von Bildern von Max Pechstein. „Leider“, so weiß Petra Lewey, „wurden Teile der Sammlung von den Nazis abgeholt und als entartete Kunst verfemt.“
Der Name von Max Pechstein als bedeutendsten Expressionisten mit Wurzeln in der Muldestadt Zwickau wird ab April auch im Namen des Museum offiziell vertreten sein.
Ein Flügel des Museum wird dann eigens die Pechstein-Sammlungen dauerhaft gewidmet. In die Ausstellung zum hundertsten Geburtstag, die gestern eröffnet wurde, haben die Museumsmitarbeiter die Neuerwerbungen des Museums seit der Wende integriert. Hier finden sich aber auch Werke junge Künstler, die von der Stadt mit dem Max-Pechstein-Förderpreis geehrt werden.



Künstler wir Rosa Loy und Hartwig Ebersbach, die in Zwickau geboren wurden, sind in der Exposition ebenso vertreten, wie ein Querschnitt durch die Ausstellungen des Museums. Bild: Hartwig Ebersbach Kaspar















Künstler wir Rosa Loy und Hartwig Ebersbach, die in Zwickau geboren wurden, sind in der Exposition ebenso vertreten, wie ein Querschnitt durch die Ausstellungen des Museums.
Mit einem Schmunzeln erinnert sich Lewey heute an den angeblichen Skandal, als der Performancekünstler Jonathan Meese 2003, eine mit Pornoelementen versehene Ausstellung gestaltete. „Damals war mir überhaupt nicht zum Lachen zumute“, sagt die Direktorin der Kunstsammlungen. Eifrige Zwickauer riefen damals nach den Staatsanwalt und erreichten einen deutschlandweiten Sturm im Blätterwald.
Mit 17 Veranstaltungen feiern die Zwickauer bis Mai das 100-Jährige Bestehen ihres Museums.
Theo Stiegler

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STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 080 vom 7. März 2014
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Das Kulturamt informiert:
ZWICKAU FEIERT „100 JAHRE MUSEUM AN DER LESSINGSTRAßE“
Sonderausstellung von heute an bis zum 4. Mai zu sehen

Zwickau feiert von heute, 7. März 2014, an den 100. Geburtstag seines Museums an der Lessingstraße. Am 23. April 1914 wurde das König-Albert-Museum mit seinen Sammlungen zur Stadt-, Kultur- und Kunstgeschichte eröffnet. Heute präsentieren sich die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU als modernes Kunstmuseum und zeigen Werke vom 16. bis zum 21. Jahrhundert mit einem besonderen Schwerpunkt zu Leben und Werk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein.
Die Sonderausstellung zum Jubiläum, zu der es ein vielfältiges Begleitprogramm gibt, wird am heutigen Abend eröffnet und ist bis 4. Mai zu sehen. Ebenfalls ab sofort ist der neue Museumsführer erhältlich, der die Ausstellungs- und Depotbereiche vorstellt und die Geschichte des Hauses umreißt.

Die Ausstellung „100 Jahre Museum an der Lessingstraße“ skizziert anhand von historischen Fotografien und verschiedenen Exponaten die Vorgeschichte des Museums. Zu sehen sind außerdem Plakate und Fotos, die das Ausstellungs- und Veranstaltungsgeschehen seit 1914 dokumentieren. Neben historischen Aufnahmen und Plänen zum Bau und zur Einweihung des Hauses werden beispielsweise auch die Umgestaltungen gezeigt, die der erste Museumsdirektor Hildebrand Gurlitt veranlasste. Den Besuch Max Pechsteins anlässlich des ersten Max-Pechstein-Preises der Stadt Zwickau 1947 dokumentieren ebenfalls Fotografien.
Größeren Raum nimmt das Werk des in Zwickau geborenen Expressionisten ein. Zu sehen sind über 30 Zeichnungen und Grafiken Pechsteins, die seit 1990 erworben wurden und erstmals komplett präsentiert werden. Ergänzt wird die Ausstellung schließlich durch Beispiele zeitgenössischer Kunst. Im Mittelpunkt stehen hier die Werke von Pechstein-Preisträgern, wie Alfred Hrdlicka, Klaus Staeck, Yana Milev, Luise Schröder, oder von aus Zwickau stammenden Künstlern, wie Rosa Loy.

Begleitet wird die Jubiläumsschau durch öffentliche Vorträge und Führungen. Der eigentliche Festakt zum Jubiläum findet am 23. April statt. Zu den unbestrittenen Höhepunkten gehört die Eröffnung des Max-Pechstein Museums, das als Teil der KUNSTSAMMLUNGEN vom 12. April an seine Pforten geöffnet haben wird.

Besucher der Sonderausstellung sollten nicht versäumen, einen Blick in die weiteren Bereiche des städtischen Museums zu werfen. Die spätgotische und frühbarocke Skulpturensammlung, darunter Arbeiten des Zwickauer Bildschnitzers Peter Breuer, zählt zu den bedeutendsten sakralen Sammlungen in Sachsen. Unter dem Titel „Im Himmel zu Hause“ werden seit 2011 behutsam restaurierte Marien- und Heiligenfiguren, Engeldarstellungen und kostbare Altarwerke gezeigt, die stimmungsvoll inszeniert in der alten Skulpturenhalle zu erleben sind. Die mineralogisch-geologische Sammlung mit ihren Mineralien, Edelsteinen und Pflanzenabdrücken umfasst insgesamt mehr als 16.000 Stücke. In historischen Vitrinen präsentiert, dokumentiert die Ausstellung anschaulich die enge Verbindung der Stadt zum Bergbau. In den neugestalteten Museumssälen können Besucher zudem Werke des 16. bis 21. Jahrhunderts (wieder)entdecken. Lucas Cranach, Franz von Lenbach oder Max Liebermann sind nur drei der vielen Künstler, deren Werke ihren Platz gefunden haben.


Facettenreichtum der KUNSTSAMMLUNGEN auf 127 Seiten vorgestellt
Neuer Museumsführer erscheint pünktlich zum Jubiläum

Bereits im Jahr 2007 erschien im Kerber Verlag ein umfangreicher, wissenschaftlich fundierter Bestandskatalog der Zwickauer Gemäldesammlung. Daneben gehören jedoch weitere interessante Sammlungsbereiche zum umfangreichen Repertoire des Museums. Der druckfrische Museumsführer „KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum“ bietet nun einen Streifzug quer durch alle Bestände.

Auf 127 Seiten werden die fünf Ausstellungs- bzw. Depotbereiche anhand ausgewählter Exponate vorgestellt. Das Max-Pechstein-Museum macht den Anfang, es folgen die Sammlung der spätgotischen und barocken Skulpturen, die „Im Himmel zu Hause“ sind. Es schließen sich die Werke der Klassischen Moderne bis hin zu Videoinstallationen an. Die mineralogisch-geologischen Sammlungen, die „faszinierenden Schätze der Erde“, werden vorgestellt und es wird ein Blick auf die „Kostbarkeiten auf Papier“ gewährt, die im Depot oder „hinter den Kulissen“ aufbewahrten grafischen Arbeiten aus allen Epochen der Kunstgeschichte. Zudem bietet der Sammlungsführer einen Einblick in die interessante Geschichte des 100jährigen Museums, das am 23. April 1914 als König-Albert-Museum eröffnet wurde.

Der Sammlungsführer erfüllt vor allem zwei Funktionen: Er wird gelesen, um sich an den vergangenen Besuch in den Zwickauer Kunstsammlungen zurückzubesinnen und vertiefende Informationen zu erhalten. Zugleich ist er Appetithappen, der die Lust darauf wecken will, sich mit der Vielfalt der sächsischen Kunst- und Kulturgeschichte auseinander zu setzen. „Die vorgestellten Exponate bilden einen repräsentativen Querschnitt unseres Bestandes.“, betont Dr. Petra Lewey, die Leiterin der KUNSTSAMMLUNGEN. „Eine Begegnung mit den Originalen ersetzt das Buch natürlich nicht“.

Das Buch kostet 9,00 Euro und kann im Museumsshop erworben werden.

KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU
Max-Pechstein-Museum
Lessingstraße 1, 08058 Zwickau, Telefon 0375 834510,
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de
Internet: www.kunstsammlungen-zwickau.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr (Eintritt frei)

Der Eintritt sowohl zur Dauer- als auch zur Sonderausstellung ist frei.
Öffentliche Führungen und Veranstaltungen
innerhalb der Öffnungszeiten: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
außerhalb der Öffnungszeiten: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro


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