A Clockwork Orange von Anthony Burgess am Theater in Zwickau

Der vergebliche Versuch, einen Missetäter mit dem Skalpell in einen Gutmenschen umzuoperieren


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Alex II: Theo Plakoudakis, Christiane Kampwirth und Christian Pfütze in Aktion. Fotos: Awtukowitsch.

A Clockwork Orange von Anthony Burgess am Theater in Zwickau


Der vergebliche Versuch, einen Missetäter mit dem Skalpell in einen Gutmenschen umzuoperieren



ZWICKAU, 12. Februar 2010 – Alex zieht mit seiner Gang um die Häuser: Abscheulich. Brutal zusammengeschlagene Menschen, vergewaltigte Frauen bleiben am Wegesrand. Gewalt und Drogen, Selbstverwirklichung durch exzessives Verletzen der Rechte und Bedürfnisse anderer.
Anthony Burgess hat die Geschichten schon Anfang der sechziger Jahre in seinen Kultroman „A Clockwork Orange“ ungeschminkt aufgeschrieben, da musste nicht erst München 2009 passieren, das Jugendphänomen der Gruppendynamik beim Zuschlagen und Treten unschuldiger Opfer und dem Verschwinden eigener Skrupel und Schuldgefühle hinter dem Vorhang der Euphorie des Blutrausches hat Gegenwart in hohem Maße.
Am Freitag hatte „A Clockwork Orange“ am Theater Plauen Zwickau Premiere. Katka Schroth inszenierte die Geschichte als Kooperation zwischen Puppenbühne und Schauspiel, der Held Alex begegnet dem Publikum gleich in mehrfacher Ausfertigung in facettenreicher Darstellung, Thomas Pasieka, Theo Plakoudakis und Johannes Lang haben die Rollen übernommen. Andere Mitspieler treten nur als große Handpuppen und oder als übergroße Köpf aus Pappmaschee in der Spielstätte des Zwickauer Puppentheaters in der Aufführung für Erwachsene auf. Das „für Erwachsene“ sollte man betonen, für die naturalistischen Vergewaltigungsszenen ist ein straff geschnürtes Nervenkostüm mitzubringen.
Fantastisch und charakteristisch für die Figuren der Handlung sind die Puppen und Masken, die Atif Hussein gestaltet hat. Sie sind ein echter Hingucker.
Natürlich kennen die Besucher die Geschichte: Alex wird von seiner Gang verraten, kommt in Gefangenschaft und wird per medizinischer Kunst umgedreht: Gewalt bekommt ihm nicht mehr, ihm wird schlecht dabei. Allerdings nur physisch, unter der Haut ist er immer noch derselbe. Auch sein ausgeprägter Hang zu Beethoven und zu „Freude schöner Götterfunken …“, bei dem er sich erholt, hat nichts mit einer eventuell vorhandenen und nur verborgenen „Liebe zu Menschen“ zu tun.
Die medizinische Umprogrammierung in einen Automatenmenschen, ein Uhrwerk der Güte, hat nicht funktioniert
Für die 120 Zuschauer in Puppentheater allerdings rauscht manches unverstanden vorbei, das Bemühen um einen im überschnellen Stakkato vorgetragenen Jugendslang, lässt am Ende den Inhalt manch wichtigen Details im Genuschel versacken. Da reißt schnell der Faden und dann wird’s eher langweilig auf dem Kinderbänken im Puppentheater.
Trotzdem, am Ende gab’s artigen Applaus vom Publikum.

Theo Stiegler

Innenminister, Pascal Martinoli, Alex I, Thomas Pasieke, Alex II, Theo Plakoudakis, Gefängnisdirektor, Christian Pfütze, Alex III, Johannes Lang


Nächste Vorstellung zur Theater-Website . Karten 0375 274114647.
Theo Stiegler

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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